Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Fertig Husten und Rotznase Schnodderfrei Aufatmen: Die Grippewelle ist vorbei

Hohe Fallzahlen, knapper Impfstoff: Der Grippe-Winter ist ausgestanden. Auf eine neue Kombi-Impfung Grippe-Corona muss die Schweiz wohl noch etwas warten.

Der Grippe-Ticker einer Krankenversicherung macht Pause. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Grippesaison 2025/26 durch ist. Und auch das Bundesamt für Gesundheit BAG ist sich sicher: Die Grippewelle ist vorbei. Aktuell werden pro Woche in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein nur noch 1.08 Influenza-Fälle pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet.

Auf dem Boden stehen eine Tasse, Medikamente, ein Fieberthermometer und Bücher.
Legende: Ein Grippe-Stillleben aus Thymiantee, Fiebermesser, Pulmex-Salbe, Algifor, gebrauchten und neuen Taschentüchern. KEYSTONE/Christian Beutler

In der ärgsten Grippezeit waren es knapp 37 Fälle. Diese Grippewelle gehöre damit zu den stärkeren in der Schweiz. So schrieb es das BAG Anfang Januar. Und die Zahlen der letzten drei Winter bestätigen das. Der Höhepunkt der Grippewelle sei diese Saison eher früh erreicht worden im Vergleich zu vorherigen Saisons, teilt das BAG auf Anfrage von SRF mit.

Die Grippe ist nicht harmlos. Gemäss BAG führen Grippeerkrankungen in der Schweiz üblicherweise zu 112'000 bis 275'000 Arztkonsultationen pro Saison. Wegen Krankheitskomplikationen kommt es zu mehreren Tausend Hospitalisationen und zu mehreren Hundert Todesfällen.

Hohe Fallzahlen – knapper Impfstoff – tiefe Impfquote

Während dieser Grippesaison war der Impfstoff zeitweise knapp. Im Kanton Luzern war er wegen der grossen Nachfrage praktisch aufgebraucht, und nicht nur dort. In der Region Basel liessen sich so viele eine Grippeimpfung stechen wie noch nie. Insgesamt sei die Impfquote in der Schweiz tatsächlich angestiegen, teilt der schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse auf Nachfrage mit. Aber sie sei nur leicht höher als zuvor.

Für die Knappheit an Grippeimpfungen, die diesen Winter in einzelnen Regionen zeitweise geherrscht habe, sei dieser Anstieg nicht verantwortlich. Zudem sei die Impfquote in der Schweiz im europäischen Vergleich tief. «Zu tief», so der schweizerische Apothekerverband.

Eine Person hält eine Spritze in der Hand.
Legende: In der Schweiz ist die Impfquote bei Grippeimpfungen im europäischen Vergleich tief. KEYSTONE/Anthony Anex

Werde Impfstoff knapp, habe das eher damit zu tun, dass die Impfstoffe jeweils zu Jahresbeginn bestellt und dann im September geliefert würden, so Pharmasuisse. Die Bestellungen würden auf Schätzungen basieren, der Impfstoff werde pro Land hergestellt und geliefert. Und sei der Vorrat aufgebraucht, gebe es dann kaum Reserven.

Die Versorgung mit Grippeimpfstoff untersteht in der Schweiz dem freien Markt. Das BAG befragt jedoch die Impfstoffhersteller, wie viele Impfdosen sie für die Grippesaison einplanen. Für Herbst und Winter 2025/2026 lag diese Zahl zwischen 1.2 und 1.3 Millionen. Laut BAG sei diese Anzahl im Vergleich zu den Vorjahren praktisch gleich.

Kombi-Impfung Grippe-Corona

In der EU hat die Arzneimittelbehörde kürzlich die Zulassung des ersten Kombi-Impfstoffs gegen Corona und Grippe empfohlen. Ob diese Impfung in Ländern der EU bereits nächsten Herbst verfügbar ist, ist offen. Hier wird das so oder so nicht der Fall sein. Der schweizerische Apothekerverband schreibt: «In der Schweiz ist die Kombi-Impfung für dieses Jahr noch nicht erhältlich, da das Bewilligungsverfahren noch Zeit braucht.»

Heute Morgen, 20.03.2026, 06:00 Uhr

Meistgelesene Artikel