- Sechs Bundesasylzentren sollen für mehrere Wochen geschlossen werden.
- Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) waren die Zahlen der Asylgesuche in den ersten Monaten des Jahres tief.
- Mit dem Schritt würde ein Millionenbeitrag gespart, sagt das SEM.
Betroffen sind die Asylzentren in Thônex GE, Niederscherli BE, Aesch BL, Arlesheim BL, Sulgen TG und Chiasso TI. Während der temporären Schliessung lässt das SEM in den Zentren kleinere Instandstellungsarbeiten ausführen.
Ebenfalls würden Kosten eingespart werden, die sich auf einen «tiefen zweistelligen Millionenbetrag» belaufen, wie das SEM auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schrieb.
Zahl der Asylgesuche in der Schweiz sinkt
Das SEM begründet den Schritt mit der rückläufigen Zahl von Asylgesuchen in den ersten Monaten des Jahres.
Zwischen Januar und April wurden 6333 Gesuche registriert – deutlich weniger als erwartet. Für das gesamte Jahr 2026 war das SEM ursprünglich von rund 25’000 Gesuchen ausgegangen. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 7403 Gesuche. Das entspricht einem Rückgang um 1070 Gesuche, also rund 14.5 Prozent.
Von der Massnahme betroffen sind laut SEM insbesondere Mitarbeitende der Leistungserbringer in den Bereichen Sicherheit und Betreuung. Was die Stilllegung für sie konkret bedeutet, müssten die «mandatierten Dienstleister bestimmen».
Weiter heisst es vom SEM: «Im Rahmen ihres Mandats müssen sie in der Lage sein, angemessen auf die Volatilität des Asylsystems reagieren zu können (Stichwort: Schwankungstauglichkeit) – sowohl bei einer Ab- als auch einer Zunahme der Asylgesuche.»
Derzeit werden in der Schweiz 30 Bundesasylzentren mit insgesamt rund 7000 Plätzen betrieben. Durch die vorübergehende Schliessung der sechs Zentren sinkt die Kapazität um rund 700 Plätze. Nach den Sommerferien will das SEM die Lage neu beurteilen und die Prognosen überprüfen.