- In den ersten 33 Proben von Babynahrung auf den Giftstoff Cereulid sind zwei Proben positiv.
- Das hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in einer Mitteilung bekanntgegeben.
- Die betroffenen Produkte wurden vom Markt entfernt.
- Weitere Säuglingsnahrungen werden im Labor noch auf den Giftstoff untersucht.
- Der Bund geht nicht von weiteren, grösseren Rückrufaktionen aus.
Seit Anfang Januar haben die Hersteller von Babynahrungen der Marken «Beba», «Alfamino», «Aptamil», «Babybio» und «Bimbosan» in der Schweiz Produkte wegen Verunreinigungen mit dem Giftstoff Cereulid zurückgerufen. Dieser Stoff kann insbesondere Erbrechen und Durchfall auslösen. Laut dem BLV sind bislang 20 mögliche Krankheitsfälle gemeldet worden.
Betroffen waren neben dem Hersteller Nestlé auch Danone, Lactalis und das Schweizer Unternehmen Hochdorf. Seit Ende 2025 haben sie aufgrund des Risikos von Cereulid-Kontamination in mehr als 60 Ländern Rückrufe von Säuglingsmilch durchgeführt.
Zwei Proben von Familien positiv
Der Bund untersucht aktuell Säuglingsnahrungen verschiedener Hersteller auf Cereulid und hat nun erste Testresultate kommuniziert:
Von drei bisher analysierten Proben von Familien mit Krankheitsfällen wurde in zwei Cereulid festgestellt. Dabei handelt es sich um Babynahrungen der Marke «Aptamil Pronutra 1, 1.2 kg» und «Aptamil Pronutra Junior 12+». Beide Produkte hat Danone am 5. Februar zurückgerufen. Das BLV liess die Babynahrungen, wo sie noch vorhanden waren, bei den Familien abholen.
Kein Cereulid bei Produkten auf dem Markt
Parallel dazu haben die kantonalen Vollzugsbehörden im Rahmen eines Monitoringprojekts verschiedene Proben von nicht zurückgerufenen Babynahrungen, die also weiterhin auf dem Markt erhältlich sind, auf das Gift analysiert. Dort waren alle bisher analysierten 30 Proben negativ. Es konnte also kein Cereulid in den Produkten nachgewiesen werden.
Der Bund teilte nicht mit, wie viele weitere Proben noch auf den Giftstoff analysiert werden.
Bund nimmt Unternehmen in die Pflicht
Der Bund teilte weiter mit, dass die Lebensmittelunternehmen Danone, Nestlé und Hochdorf gefordert seien, die genauen Ursachen der Cereulid-Kontaminationen aufzuklären. Der Bund habe nach dem ersten Rückruf umgehend entsprechende Dokumente bei den Unternehmen angefordert. Man wolle aufklären, ob die Unternehmen die rechtlichen Vorgaben eingehalten und schnell genug reagiert haben.
Informationen des BLV
Zudem verlangt das BLV, dass die Unternehmen ihre Qualitätssicherung kritisch hinterfragen und ihre Lieferanten besser überwachen sollen.
Industrie vermutet verschmutztes Öl
Die Industrie vermutet hinter den Verunreinigungen ein in den Milchpulvern als Zutat verwendetes, verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China.
Auch aus anderen Ländern ausserhalb der Schweiz gibt es Berichte über erkrankte Kinder. In Frankreich ermitteln die Behörden nach zwei Todesfällen von Säuglingen, die kontaminierte Babymilch getrunken haben sollen.