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Haushaltsgeräte im Museum Mann, Frau, Staubsauger: Die Hausfrau als idealisierte Werbefigur

Eine neue Museumsausstellung in Appenzell zeigt Haushaltsgeräte von 1900 bis 1970. Sie zeichnet damit auch ein Bild der Frau.

Thurmix, Duromatic, Therma, Tornado Staubfeind Nummer 1: Der älteren Generation dürften diese Begriffe Erinnerungen hervorrufen. Es sind alles Namen oder Marken alter Haushaltsgeräte. Das Museum Appenzell widmet den Zeitzeugen eine Sonderausstellung. Es geht ums Waschen, Glätten, Nähen, Stricken, Staubsaugen, Föhnen oder Lockenwickeln. Und damit auch um Rollenbilder von damals.

Die Evolution des Staubsaugers

Floomer, Blocher und Super Max – die Evolution des Staubsaugers ist in Reih und Glied aufgestellt. Besonders ist der «Alleskönner» hinten an der Wand. «Dieser Staubsauger kann auch föhnen, Hunde bürsten und bei Daunendecken die Federn auflockern», sagt Kuratorin Birgit Langenegger. Ein Konzept, das sich augenscheinlich nicht vollends durchgesetzt hat. «Föhnen und Staubsaugen ist doch eine erstaunliche Kombination.»

Sechs Schwarzweissfotos von Personen, die Hausarbeiten ausführen.
Legende: So wurde der Alleskönner beworben. Er war ein Produkt einer Ostschweizer Technologiefirma, die es seit über 160 Jahren gibt. SRF/Michael Ulmann

Immer mit einem Anflug von Nostalgie verbunden sind alte Werbeplakate. Auf den Plakaten des Alleskönners zu sehen: Hausfrauen. Sie saugen die Treppe und das Sofa, schneiden der Tochter die Haare, frisieren sich selbst, schrubben den Hund. Das Rollenbild von damals: Die Frau macht den Haushalt, der Mann geht arbeiten und bezahlt. Die Ausstellung zeigt Geräte und Bilder von 1900 bis in die 1970er-Jahre.

Drei Retro-Werbeposter mit einem Bügeleisen, einem Staubsauger und einem Kühlschrank.
Legende: Dampfbügeleisen, Staubsauger, Kühlschränke: Die Haushaltsgeräte wurden mit bunten Plakaten beworben. SRF/Michael Ulmann

Überall in den Ausstellungsräumen hängen die Retrowerbeplakate. Sie sind Relikte aus einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch längst nicht alles in Werbungen stimme, sagt Birgit Langenegger: «Die Wirklichkeit sieht dann oft anders aus. Die Frauen sind adrett gekleidet. Bei der Waschmaschinenwerbung steht die Frau in High Heels da und muss nur den Knopf drücken. Das ist ein Trugschluss.»

Antike Nähmaschinen auf einem Tisch mit Retro-Postern an der Wand.
Legende: Die Nähmaschine war eine technologische Errungenschaft. SRF/Michael Ulmann

Die Frauen mussten sich mit den Haushaltsgeräten herumschlagen und sie ausprobieren. Auch dem Thema Bedienungsanleitungen ist eine kleine Ecke gewidmet. Frauenthemen zeigen, weil diese sonst eher untergehen: Auch dies sei ein Grund, warum es die Ausstellung gebe, betont Kuratorin Langenegger.

Ausstellungsraum mit technischen Geräten und Informationsplakaten.
Legende: Die Ausstellungsräume im Museum Appenzell erstrecken sich über mehrere Etagen. SRF/Michael Ulmann

Vielerorts sind Fotos lachender Frauen mit aufwendigen Frisuren zu sehen – zusammen mit Dampfkochtöpfen, Nähmaschinen oder einem Mixer. Tatsächlich gebe es Geräte, die den Frauen die Arbeit erleichtert hätten, so Birgit Langenegger. Beispiele: «Der Kühlschrank, die Nähmaschine, der Kochherd oder die Waschmaschine.» Gerade Waschen sei vorher Schwerstarbeit gewesen.

Ausstellungsraum mit historischen Haushaltsgeräten an der Wand und einem Holzboden.
Legende: Rechts ein Bügelbrett, links (weiss) eine Waschmaschine. SRF/Michael Ulmann

Die Ausstellung funktioniere gut, sagt die Kuratorin der Ausstellung im Museum Appenzell. Der Grund: Viele Besucherinnen können sich an die Haushaltsgeräte erinnern, weil sie selbst damit gearbeitet haben. Oder diese immer noch brauchen. «Zwei Frauen erzählten, dass sie noch heute mit einem Mixer arbeiten, den wir in der Ausstellung haben.»

Was die Bilder von Haushaltsgeräten an der Olma verraten

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Gitter mit zwölf Schwarz-Weiss-Fotos von Ausstellungsständen einer Messe.
Legende: So sah das aus, als in den 40er-Jahren Haushaltsgeräte an Messen präsentiert wurden. SRF/Michael Ulmann

In der Ausstellung gibt es auch Fotos von Ständen an der Olma. «Die waren eine kleine Entdeckung von uns», sagt Kuratorin Langenegger. Die Bilder stammen aus dem St. Galler Staatsarchiv. Was auffalle: «Wie wahnsinnig aufwendig und dekorativ die Stände gestaltet sind.»

Zu sehen sind Olma-Stände aus den Jahren 1945 bis 1948, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. «Das hat uns erstaunt. Es zeigt, dass die Schweiz nach dem Krieg auf einem hohen Level beginnt: Man kann sich relativ schnell Haushaltsgeräte leisten. Anders als in Deutschland.»

SRF 4 News, 26.06.2026, 18:00 Uhr ; 

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