Thurmix, Duromatic, Therma, Tornado Staubfeind Nummer 1: Der älteren Generation dürften diese Begriffe Erinnerungen hervorrufen. Es sind alles Namen oder Marken alter Haushaltsgeräte. Das Museum Appenzell widmet den Zeitzeugen eine Sonderausstellung. Es geht ums Waschen, Glätten, Nähen, Stricken, Staubsaugen, Föhnen oder Lockenwickeln. Und damit auch um Rollenbilder von damals.
Die Evolution des Staubsaugers
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Bild 1 von 2. Vom Wischmopp zum Staubsauger im Museum Appenzell: Beim genaueren Hinschauen fällt hinten an der Wand …. Bildquelle: SRF/Michael Ulmann.
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Bild 2 von 2. … dieser gelbe «Alleskönner» auf. Dieses Gerät konnte nicht nur staubsaugen. Bildquelle: SRF/Michael Ulmann.
Floomer, Blocher und Super Max – die Evolution des Staubsaugers ist in Reih und Glied aufgestellt. Besonders ist der «Alleskönner» hinten an der Wand. «Dieser Staubsauger kann auch föhnen, Hunde bürsten und bei Daunendecken die Federn auflockern», sagt Kuratorin Birgit Langenegger. Ein Konzept, das sich augenscheinlich nicht vollends durchgesetzt hat. «Föhnen und Staubsaugen ist doch eine erstaunliche Kombination.»
Immer mit einem Anflug von Nostalgie verbunden sind alte Werbeplakate. Auf den Plakaten des Alleskönners zu sehen: Hausfrauen. Sie saugen die Treppe und das Sofa, schneiden der Tochter die Haare, frisieren sich selbst, schrubben den Hund. Das Rollenbild von damals: Die Frau macht den Haushalt, der Mann geht arbeiten und bezahlt. Die Ausstellung zeigt Geräte und Bilder von 1900 bis in die 1970er-Jahre.
Überall in den Ausstellungsräumen hängen die Retrowerbeplakate. Sie sind Relikte aus einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch längst nicht alles in Werbungen stimme, sagt Birgit Langenegger: «Die Wirklichkeit sieht dann oft anders aus. Die Frauen sind adrett gekleidet. Bei der Waschmaschinenwerbung steht die Frau in High Heels da und muss nur den Knopf drücken. Das ist ein Trugschluss.»
Die Frauen mussten sich mit den Haushaltsgeräten herumschlagen und sie ausprobieren. Auch dem Thema Bedienungsanleitungen ist eine kleine Ecke gewidmet. Frauenthemen zeigen, weil diese sonst eher untergehen: Auch dies sei ein Grund, warum es die Ausstellung gebe, betont Kuratorin Langenegger.
Vielerorts sind Fotos lachender Frauen mit aufwendigen Frisuren zu sehen – zusammen mit Dampfkochtöpfen, Nähmaschinen oder einem Mixer. Tatsächlich gebe es Geräte, die den Frauen die Arbeit erleichtert hätten, so Birgit Langenegger. Beispiele: «Der Kühlschrank, die Nähmaschine, der Kochherd oder die Waschmaschine.» Gerade Waschen sei vorher Schwerstarbeit gewesen.
Die Ausstellung funktioniere gut, sagt die Kuratorin der Ausstellung im Museum Appenzell. Der Grund: Viele Besucherinnen können sich an die Haushaltsgeräte erinnern, weil sie selbst damit gearbeitet haben. Oder diese immer noch brauchen. «Zwei Frauen erzählten, dass sie noch heute mit einem Mixer arbeiten, den wir in der Ausstellung haben.»