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Herzklinik-Skandal USZ-Direktorin: «Ich bedanke mich beim Whistleblower»

  • Die Chefin des Universitätsspitals Zürich (USZ), Monika Jänicke, hat sich in einem Interview beim Whistleblower bedankt.
  • Der ehemalige Chirurg André Plass hatte die Missstände Ende 2019 zuerst intern angeprangert, später wurde die Affäre öffentlich.
  • Die Frage, ob es für den Whistleblower eine Art Genugtuung und Anerkennung gibt, wird laut Jänicke nun in den Fall einbezogen.

Ihm gebühre Respekt, sagte die USZ-Direktorin zur «SonntagsZeitung». Denn der Whistleblower habe öffentlich auf die Missstände aufmerksam gemacht und danach das Thema immer wieder aufgebracht.

Sie wollte sich nicht dazu äussern, dass der Whistleblower seine Anstellung verloren hatte. Dieses Thema liege in der Vergangenheit, in der sie noch nicht beim USZ war, sagte sie. Jänicke wurde 2023 Chefin des Spitals. Die Frage der Wiedergutmachung werde sicherlich in die Aufarbeitung des am Dienstag veröffentlichten Berichts miteinbezogen, sagte sie.

Eine Administrativuntersuchung stellte schwerwiegende Mängel an der Klinik für Herzchirurgie fest und wies eine Übermortalität nach. Demnach kam es im Zeitraum zwischen 2016 bis 2020 bei rund 4500 Operationen zu 68 bis 74 mehr Todesfällen, als statistisch zu erwarten gewesen wäre.

Weitere Spitäler setzten Cardioband ein

Box aufklappen Box zuklappen

Der Skandal betrifft offenbar auch andere Spitäler im In- und Ausland. Im Zentrum steht das Cardioband, wie Recherchen der «NZZ am Sonntag» zeigen. Dieser künstliche Ring sollte undichte Herzklappen reparieren. Am Berner Inselspital wurde es demnach 36 Mal eingesetzt, jedoch anders und weniger breit als am USZ, wie das Inselspital gegenüber SRF bestätigte. Am USZ selbst erhielten unter Francesco Maisanos Führung 43 Patientinnen und Patienten ein Cardioband.

Am Luzerner Kantonsspital kam das Band zwar nur einmal zum Einsatz, allerdings bemerkenswert spät – vor gerade einmal vier Jahren, als längst zahlreiche kritische Berichte dazu erschienen waren, wie die Zeitung weiter schreibt.

Am Tessiner Herzzentrum werde das Cardioband noch heute als Behandlungsmethode aufgeführt, ebenso am Universitätsspital Mailand, wo Francesco Maisano nach wie operieren könne, heisst es im Artikel weiter. Beide Kliniken reagierten demnach nicht auf Anfragen. Gemäss Dokumenten, die der «NZZ am Sonntag» vorliegen, wurde das Cardioband an weiteren Kliniken in der Schweiz, Österreich und Deutschland eingesetzt. Am Universitätsklinikum Münster beispielsweise seien zwischen 2017 und 2020 neun Menschen damit behandelt worden, so die Zeitung.

Noch sei es zu früh, um über eine Entschädigung von Opfern und Angehörigen zu sprechen, sagte Jänicke. «Aber das wird möglicherweise noch ein Thema.»

Frau im Gespräch mit gestikulierenden Händen
Legende: USZ-CEO Monika Jänicke bezeichnete die Aufdeckungen als Schock, der fassungslos mache. Keystone/Gaetan Bally

SRF 4 News, 10.5.2026, 9:00 Uhr ; 

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