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Historischer Hotelumbau Wenn Quereinsteiger ein Hotel kaufen

Ein unerfahrenes Ehepaar kauft im Berner Oberland ein altes Hotel. Nun ist dort neues Leben eingekehrt.

Jahrelang stand das Hotel leer. Jahrelang fuhr das Ehepaar Barbara und Martin Künzi am verwaisten Haus in der Gemeinde Schattenhalb im Haslital vorbei. Bis immer mehr die Idee reifte, es zu kaufen.

Alpenhaus vor bewaldetem Berghang.
Legende: Das Hotel Schwendi ist über 120 Jahre alt. ZVG / Hotel Schwendi

Es war nicht der klassische Traum vom Führen eines Hotels, sondern die Idee, einen «inspirierenden Ort» zu schaffen. Das altehrwürdige Haus am Reichenbachfall, mit seiner geheimnisvollen Ausstrahlung, hatte das Paar schon lange fasziniert.

Der Kauf des über 120 Jahre alten Hotels war kein überstürzter Entschluss. Doch rückblickend sagt Barbara Künzi: «Es ist einfach geschehen um uns.» Die Anziehungskraft des Hauses sei «unwiderstehlich» gewesen.

Als wäre die Zeit stehen geblieben: Das Haus vor der Sanierung

Ohne Vorkenntnisse in der Hotellerie – sie arbeitet normalerweise als Logopädin, er als Markenberater –, wagten Künzis den Schritt und begannen mit der Sanierung.

Herausforderungen und unerwartete Wendungen

Der Weg zum sanierten Haus war jedoch nicht ohne Stolpersteine. Die Baubewilligung liess auf sich warten, Architekten mussten gewechselt werden, und die Sanierung erforderte viel Geduld.

Die Arbeit am Hotel bot eine willkommene Ablenkung.
Autor: Barbara Künzi Hotelbesitzerin

Ein Branchenkenner warnte vor einer möglichen Überforderung, da sich viele Enthusiasten in solchen Projekten schnell übernehmen würden. Doch die Künzis, die beide weiterhin ihren Berufen nachgehen und somit nicht existenziell vom Hotel abhängig sind, liessen sich nicht entmutigen. Sie sehen das Projekt als ein «teures Hobby» und eine Leidenschaft, die sie gemeinsam verfolgen.

Frau näht Stoff an Tisch.
Legende: Barbara Künzi und ihr Mann packten zusammen mit vielen Helferinnen und Helfern auch selber an – zum Beispiel beim Nähen der Vorhänge. ZVG / Hotel Schwendi

Besonders herausfordernd war eine Krebserkrankung von Barbara Künzi während der Umbauphase. «Die Krankheit und das Hotelprojekt zusammen waren aus menschlicher Sicht zu viel», sagt Barbara Künzi. Aber: «Die Arbeit am Hotel bot eine willkommene Ablenkung.»

Innenraum in Bau mit Stützen und Fenster.
Legende: Das Haus wurde über mehrere Monate aufwendig saniert. ZVG

Und als es beim Hotelprojekt vorwärts ging, konnten sie sich am Fortschritt erfreuen. «Es hilft wahnsinnig, wenn man das Schwierige auch mal stehen lassen kann und sich auf anderes konzentrieren darf», ergänzt Martin Künzi.

Ein Projekt als «Baby»

Das Paar aus Thun konnte keine Kinder bekommen. Das Hotelprojekt bezeichnen sie deshalb durchaus als ihr «Baby». Es ist nicht das erste Projekt, das sie gemeinsam angepackt haben, aber sicherlich das grösste. «So können wir zusammen etwas erleben und uns als Paar weiterentwickeln», sagt Martin Künzi.

Das Hotel nach der Sanierung

Das Hotel Schwendi ist nun eröffnet. Die Frage ist, wie sich die Buchungen entwickeln werden. Das Ehepaar gibt sich zwei Jahre Zeit, um das Hotel zu etablieren.

Würden sie den Schritt wieder wagen? «Auf jeden Fall!», sagen sie unisono. Tatsächlich sind sie auch anderen neuen Projekten nicht abgeneigt. Ob das nächste wieder ein Hotelprojekt sein wird, ist noch offen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 29.6.2026, 17:30 Uhr ; 

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