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Hitachi-Energy-Hauptsitz Hitachi Energy baut Campus im Kanton Zürich, nicht im Aargau

  • Hitachi Energy will mehrere Schweizer Standorte auf einem neuen Campus konzentrieren.
  • Anstatt nach Wettingen AG will das Technologieunternehmen nach Otelfingen ZH ziehen.
  • Hitachi und die Gemeinde Wettingen bestätigen eine Erstmeldung der Aargauer Zeitung.
  • Das Interesse der Regionen am neuen Campus von Hitachi Energy ist gross. Hitachi will mit dem Neubau 1000 bestehende Arbeitsplätze sichern und 2000 neue schaffen.

Modernes industrielles Gebäude mit grossen Bäumen und Strassenschildern im Vordergrund.
Legende: Hitachi Energy hat seinen Hauptsitz in Oerlikon ZH. SRF

Die Aargauer Gemeinde Wettingen wollte Hitachi Energy auf der grünen Wiese im Gebiet Tägerhardächer ansiedeln. Die Gemeinde und die Kantonsregierung hatten sich nebst Arbeitsplätzen auch Steuereinnahmen erhofft.

Allerdings gab es vehemente Kritik aus der Wettinger Nachbargemeinde Würenlos AG: Der Gemeindeammann setzte sich für den Erhalt der Landschaft ein und drohte mit dem Gang bis vor Bundesgericht.

Zürcher Gemeinde Otelfingen macht das Rennen

Mit dem Streit im Aargau wurde klar, dass ein lachender Dritter das Rennen machen könnte: Otelfingen ZH, nicht weit von Wettingen entfernt. Hier wurden Hitachi Energy das ehemalige Jelmoli-Gebäude und angrenzende Parzellen angeboten.

Geplanter Hitachi-Campus in Otelfingen ZH statt Wettingen AG

Hier möchte das Technologieunternehmen nun also den neuen Campus errichten. Das bestätigen Hitachi Energy und die Gemeinde Wettingen gegenüber SRF. Bis 2030 werden die fünf Standorte Baden AG, Dättwil AG, Turgi-Untersiggenthal AG, Seon AG und Altstetten ZH auf dem neuen Campus zusammengeführt, teilt Hitachi mit.

«Der neue Campus (in Otelfingen) verfügt über einen eigenen Bahnhof und unterstützt die langfristige Strategie von Hitachi.» Das Areal in Otelfingen ZH ist 11 Hektar gross. Das Gebäude gehört der Immobilienfirma Swiss Prime Site. Allerdings steht das Jelmoli-Verteilzentrum zum Teil unter Schutz. 

Otelfingen freut’s, Wettingen und Aargau bedauern's

«Der Gemeinderat freut sich ausserordentlich über den heutigen Entscheid von Hitachi, sich in Otelfingen anzusiedeln», schreibt Otelfingen auf der Gemeindewebsite. «Die Ansiedlung der Energie-Sparte von Hitachi markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte von Otelfingen – vergleichbar mit der Ansiedlung von Jelmoli in den 60er-Jahren.»

Ende Juni hätte das Aargauer Parlament über eine entsprechende Anpassung des Richtplans diskutiert. Das fällt nun weg. Die gesamte, bisherige Planung ist hinfällig. Der Kanton Aargau habe die rund 1000 Arbeitsplätze halten wollen, teilt die Aargauer Regierung mit. »Wir bedauern, dass diese Arbeitsplätze nicht im Kanton Aargau gesichert werden konnten.»

Das ist Hitachi Energy

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Person spricht auf einer Messebühne vor einer grossen Leinwand mit Publikum.
Legende: Hitachi an einer Messe in China. Der internationale Konzern besitzt auch die Tochtergesellschaft Hitachi Energy. Keystone/KIYOSHI OTA

Hitachi Energy ist eine Tochtergesellschaft des japanischen Industriekonzerns Hitachi mit Hauptsitz in Zürich und weiteren Standorten im Aargau.

Hitachi Energy produziert Leistungshalbleiter. Halbleiter können Elektrizität leiten. Die werden unter anderem für die effiziente Stromübertragung bei E-Fahrzeugen und Zügen genutzt.

Geschichte des Unternehmens

Hitachi Energy wurde 2021 offiziell gegründet. Die Geschichte beginnt aber viel früher, unter anderem mit den Erfindungen der BBC, später ABB. 2020 schlossen sich Hitachi und ABB Power Grids zu einem Joint Venture zusammen. 2022 veräusserte die ABB ihre Beteiligung und Hitachi Energy wechselte vollständig zu Hitachi Ltd.

Die Firma ist in 60 Ländern tätig und beschäftigt 56’000 Angestellte.

Man hoffe trotzdem auf positive regionale Effekte über die Kantonsgrenzen hinweg und habe wertvolle Erfahrungen für weitere Ansiedlungsprojekte sammeln können, heisst es in der Mitteilung der Aargauer Regierung weiter.

Auch die Gemeinde Wettingen bedauert den Entscheid, schreibt der Gemeinderat in seiner Mitteilung. «Hitachi hatte im Rahmen seiner langfristigen Kapazitätsplanung die Wahl zwischen zwei qualitativ hochwertigen Standorten in unmittelbarer Nachbarschaft.» Die Wahl sei auf Otelfingen gefallen.

Die Enttäschung ist der ganzen Region Baden-Wettingen gross.
Autor: Markus Haas Gemeindeammann Wettingen

Die Enttäuschung sei in der ganzen Region Baden-Wettingen gross, sagt der Wettinger Gemeindeammann Markus Haas gegenüber SRF. Wettingen verliere bestehende Arbeitsplätze im Energiecluster Baden-Wettingen und im Energiekanton Aargau. «Das schmerzt enorm.»

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Regionaljournal Aargau Solothurn, 11.6.2026, 12:03 Uhr ; 

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