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In der Stadt Bern Kita verschärft Regeln nach Missbrauchs-Verdacht

Eine Kita eines grossen Berner Unternehmens hat nach Missbrauchsvorwürfen Massnahmen zur Verbesserung eingeleitet.

Bereits im Sommer 2025 hatte ein Elternpaar sich bei der Leitung der Kindertagesstätte eines grossen Unternehmens in der Stadt Bern gemeldet: Ein Betreuer solle ihr Kind unangemessen berührt haben. Es gab ein Gespräch zwischen Kita-Leiterin, Mutter und Betreuer. Ansonsten blieb der Vorfall ohne Folgen, auch die Direktion des betroffenen Unternehmens wurde nicht informiert.

Kind spielt mit Bauklötzen auf Teppich.
Legende: Eine erste Meldung eines Missbrauchsverdachts blieb noch ohne Folgen. (Symbolbild) Depositphotos/Hay Dmitiy

Erst als im Februar 2026 gegen den selben Betreuer ein zweites Mal ein solcher Verdacht geäussert wurde, reagierte das Unternehmen und stellte den Betroffenen frei. Warum musste ein zweites Mal etwas passieren, bevor reagiert wurde? Das hat das betroffene Unternehmen nun von einer externen Firma untersuchen lassen, wie es in einem Informationsschreiben an die Eltern bekannt gab, das SRF vorliegt.

In der Analyse wird die pädagogische Arbeit in der Kita als «überdurchschnittlich gut» beschrieben. Bei der Organisation gebe es aber Verbesserungsbedarf. Führung und Entscheidungen seien alleine auf die Kita-Leitung konzentriert, die Verantwortungen seien nicht ausreichend verteilt. Ausserdem sei nicht klar geregelt, wie in einem Verdachtsfall vorzugehen sei und welche Fälle gemeldet werden müssten.

Die Analyse macht deshalb unter anderem die folgenden Handlungsempfehlungen:

  • Führung breiter aufstellen, stärkere Verteilung der inhaltlichen Verantwortung.
  • Einführung einer digitalen Dokumentation und Ablage.
  • Definition: Was muss gemeldet werden? Wer meldet was?
  • Regelmässige Schulungen zum Meldeprozess.

Aufgrund dieser Empfehlungen setzt die betroffene Kita nun verschiedene Massnahmen um. In Zusammenarbeit mit Kinderschutz Schweiz würden ein umfassendes Schutzkonzept und ein Meldeprozess erarbeitet, heisst es im Informationsschreiben an die Eltern. Und bis auf Weiteres würden alle Verdachtsmeldungen an die Unternehmensleitung weitergeleitet.

Schlafendes Baby, Sonnenlicht auf Hand.
Legende: Dank verschiedener Verbesserungen soll Missbrauchs-Verddachtsfällen künftig sofort nachgegangen werden. (Symbolbild) iStock/Caradelitos

Zudem führt die Kita ein neues System für die Administration ein und digitalisiert in Zukunft alle Dokumente. Und es wird ein Schulungskonzept erarbeitet, sowie die Führungsstruktur der Kita angepasst, um die Führung der rund 40 Angestellten auf mehr Schultern zu verteilen. Die damals verantwortliche Kita-Leiterin hat sich unterdessen frühpensionieren lassen. Die Kita wird von einer interimistischen Leitung geführt.

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Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6.5.2026, 6:32 Uhr ; 

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