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Justiz und Medienrecht Palantir akzeptiert Urteil im Streit mit der «Republik»

Der US-Datenkonzern Palantir akzeptiert das Urteil des Zürcher Handelsgerichts im Streit mit dem Onlinemedium «Republik» und verzichtet auf eine Anfechtung.

Der britische «Guardian» hat sich mit der Geschichte befasst oder auch die «Financial Times». Im Zentrum: Ein kleines Schweizer Onlinemagazin mit etwa 36'000 Abonnenten. Die «Republik» und mit ihr ein kleines Recherchekollektiv namens «WAV». Zusammen haben sie über das Geschäftsmodell von Palantir berichtet.

«Palantir hat über sieben Jahre mehrfach versucht, Schweizer Behörden, Kundinnen und Kunden zu gewinnen und ist überall abgeblitzt», sagt Adrienne Fichter von der «Republik». Die Haltung der Schweizer Behörden ist hier eher die Ausnahme. Denn zu lesen war bisher meist, dass Palantir weltweit Kunden gewinnt und damit viel Geld verdient. Denn das Unternehmen wertet mithilfe von künstlicher Intelligenz Daten aus und beschreibt sie selbst als wichtiges Werkzeug für Sicherheitsbehörden, steht aber auch stark in der Kritik.

Ergebnisse können nicht nachvollzogen werden

Der Algorithmus ist Geschäftsgeheimnis. Der ist nicht bekannt. Und das ist laut Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Gründer und Direktor des Cyber Intelligence Instituts in Frankfurt am Main, gefährlich: «Zu Zwecken der Gefahrenabwehr im polizeilichen Bereich, Nachrichtendienstbereich und in der Strafverfolgung setzen wir ein Analysetool ein, das wir nicht verstehen, weil wir die technischen Hintergründe nicht kennen und auch die Ergebnisse, die generiert werden, nicht richtig nachvollziehen können.»

Smartphone-Bildschirm mit der Aufschrift 'Palantir' auf einer Laptop-Tastatur.
Legende: Die «Republik» habe in ihrer Artikelserie unter anderem Tatsachen verzerrt, schreibt Palantir und klagt auf eine Gegendarstellung in 23 Punkten. Keystone/EPA/ADAM VAUGHAN

Am 12. Juni wurde bekannt, dass das Zürcher Handelsgericht die Klage von Palantir gegen die «Republik» grösstenteils abweist. Lediglich in einem Punkt müsse das Onlinemagazin nachbessern. Auf Anfrage schreibt Palantir jetzt: «Palantir akzeptiert den Entscheid des Zürcher Handelsgerichts und wird das Urteil nicht anfechten.»

Das wäre natürlich eine Einschränkung der medialen Arbeit, die nicht akzeptabel wäre.
Autor: Valentin Rubin Reporter ohne Grenzen

Auch die «Republik» wird den Fall wohl nicht weiter ziehen. Damit wird klar: Das Urteil dürfte nach Ablauf der Einspruchsfrist Mitte Juli in Kraft treten.

Für Valentin Rubin von Reporter ohne Grenzen ist das Urteil ein wichtiges Zeichen: «Das ist sehr begrüssenswert. Wäre Palantir mit der Klage durchgekommen, hätte es gezeigt, dass man mit der Vorgabe der richtigen Tonalität über die eigenen Machenschaften gegen Medien vorgehen kann. Und das wäre natürlich eine Einschränkung der medialen Arbeit, die nicht akzeptabel wäre.» Reporter ohne Grenzen spricht darum von einem Sieg für die internationale Pressefreiheit.

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Heute Morgen, 29. Juni 2026, 6 Uhr

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