Sturm, Schnee, Frost: Die nahende Kaltfront hat es in sich. Bereits am Mittwochabend könnte es Schnee geben bis ins Flachland. Und ab Donnerstag kühlt es rasch ab – zuerst bis gegen den Gefrierpunkt, in den Nächten auf Freitag und Samstag sogar lokal auf bis zu minus sechs Grad.
Was soll man nun mit den Blumen, Sträuchern und Bäumchen machen, die man gerade erst gekauft und eingepflanzt hat?
Diese Obstbäume sind betroffen
Andreas Fässler, Verkaufsleiter bei Wyss Gartencenter, gibt teils Entwarnung. Für die meisten Pflanzen, die man aktuell kaufen könne – zum Beispiel typische Frühlingszwiebeln wie Narzissen oder Tulpen – sei der Frost kein Problem. Auch mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei würden den kurzzeitigen Kälteeinbruch gut wegstecken.
Das Problem ist eher ein optisches: «Blumen, die voll in der Blüte sind, die sollte man schützen», rät Andreas Fässler, der bereits seit über 30 Jahren bei Wyss Samen und Pflanzen AG mit Sitz in Zuchwil SO arbeitet. Zwar gehen die Pflanzen selbst nicht kaputt. Aber die Blüten könnten durch den Frost in Mitleidenschaft gezogen werden.
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Bild 1 von 3. Eine Magnolie in Blütenpracht. Eine solche könnte durch den Frost Schaden nehmen. Bildquelle: REUTERS / Heinz-Peter Bader.
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Bild 2 von 3. Auch die Blüten der japanischen Blütenkirsche (Prunus serrulata) haben Frost nicht sehr gern. Bildquelle: IMAGO / Panthermedia.
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Bild 3 von 3. Wenn die Blüten der Zierkirsche am Verwelken ist, schneit es die Blütenblätter vom Himmel (München, Anfang Mai 2023). Bildquelle: IMAGO / Krauthöfer.
Aktuell betroffen sind sogenannte frühblühende Obstbäume wie Aprikosen-, Pfirsich- oder Nektarinenbäume, aber auch Zierkirschen oder die grossen, rosa und weiss blühenden Magnolien. Je höher die Froststärke, desto schlechter sehen die Blüten aus. Und Pflanzen, die gerade stark austreiben, könnten durch den Frost ebenfalls Schaden nehmen.
Ich empfehle, dass man entsprechende Pflanzen mit einem Vlies zudeckt.
Was rät der Pflanzenexperte Fässler den Besitzerinnen und Besitzern von Magnolien- oder Aprikosenbäumen also? «Ich empfehle, dass man entsprechende Pflanzen mit einem Vlies zudeckt», sagt Andreas Fässler. Eine Alternative böten natürliche Schafwollmatten, die man nach längerem Gebrauch und Abnutzungserscheinungen auf den Kompost werfen kann.
Er kenne Kolleginnen und Kollegen, die bereits den Oleander oder den Olivenbaum nach draussen gestellt hätten. Zwar mögen diese die Kälte nicht, könnten aber leichten Frost aushalten. Solange diese Pflanzen nicht schon blühen oder stark austreiben, dürften sie durch das (W)Intermezzo auch keinen Schaden nehmen. Aber wenn man ganz sicher gehen wolle, könne man sie für die kommenden Tage auch nach drinnen verlegen, sagt Andreas Fässler.
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Bild 1 von 2. Ein blühender Aprikosenbaum. Durch Besprühen mit Wasser, mit Kerzen oder mit einem Vlies ... Bildquelle: IMAGO / imagebroker.
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Bild 2 von 2. ... können aktuell blütenreiche Pflanzen vor Frostschäden geschützt werden. Bildquelle: IMAGO / imagebroker.
Die weissen Blüten der Apfelbäume sind von den Nachwirkungen des Winters nicht betroffen. Denn die allermeisten dürften noch nicht zu blühen begonnen haben. Andreas Fässler habe auf jeden Fall noch keinen Apfelbaum blühen sehen.
Käme ein solcher Kälteeinbruch erst Ende April, wäre dieser viel problematischer gewesen, ergänzt Andreas Fässler. Denn das hätte nicht nur für Pfirsich- und Nektarinenblüten negative Folgen, sondern auch für wärmeliebende Pflanzen wie Tomaten oder Kürbisse, die zu dieser Zeit schon die Gärten zieren.
Kälteeinbruch um diese Zeit «nicht unüblich»
Dass es gegen Ende März und sogar im April noch einmal winterlich wird, ist nichts Aussergewöhnliches, sagt Jürg Ackermann von SRF Meteo. In einem durchschnittlichen März sinke die Temperatur sogar im Flachland an jedem zweiten bis dritten Tag unter null Grad. Und im April gebe es im Schnitt weitere drei bis sechs Frosttage.
Das Unübliche sei eher die für dieses Jahr sehr frühe Wärmephase, die es Ende Februar gegeben habe, ergänzt der SRF-Meteorologe. «Wenn es diese Wärmephase nicht gegeben hätte, würde der Frost für manche Pflanzenarten weniger zum Problem werden.»