- Nominallöhne steigen 2025 im Schnitt um 1.8 Prozent, Reallöhne um 1.6 Prozent.
- Damit steigt die Kaufkraft das zweite Jahr in Folge.
- Die Inflation bleibt tief bei 0.2 Prozent.
- Frauenlöhne steigen stärker als jene der Männer.
Die Löhne in der Schweiz sind 2025 spürbar gewachsen, und erstmals seit Längerem bleibt auch mehr davon im Portemonnaie.
Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilt, steigen die Nominallöhne im Schnitt um 1.8 Prozent. Gleichzeitig flacht die Teuerung deutlich ab. Unter dem Strich ergibt sich ein Reallohnplus von 1.6 Prozent.
Damit steigt die Kaufkraft das zweite Jahr in Folge und so stark wie seit 2009 nicht mehr. Vergleichbare Zuwächse gab es 2015 und 2020. Im vergangenen Jahr fiel das Plus mit 0.7 Prozent noch deutlich moderater aus.
Löhne entwickeln sich je nach Branche unterschiedlich
Wie stark die Löhne steigen, hängt vom Sektor und von der Branche ab. In der Industrie erhöhen sich die Nominallöhne um 1.5 Prozent, im Dienstleistungssektor um 1.9 Prozent.
In der Industrie legen einzelne Branchen deutlich zu, etwa die Chemie- und Pharmasparte oder die Metallverarbeitung. Der Maschinen- und Fahrzeugbau hinkt dagegen hinterher.
Im Dienstleistungssektor wachsen die Löhne in der öffentlichen Verwaltung und bei spezialisierten Dienstleistungen überdurchschnittlich. Im Gesundheits- und Sozialwesen bleiben sie dagegen nahezu stabil. Auch im Handel steigen die Löhne unterdurchschnittlich an.
Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Die Nominallöhne der Frauen steigen 2025 um 2.3 Prozent, jene der Männer um 1.5 Prozent.
Dass die Kaufkraft insgesamt deutlich zunimmt, liegt vor allem an der schwachen Inflation. Die Jahresteuerung beträgt, nach deutlich höheren Werten in den Vorjahren, nur noch 0.2 Prozent. So frisst die Teuerung einen kleineren Teil der Lohnerhöhungen auf.
Noch im Dezember machten die Gewerkschaften Druck und forderten höhere Löhne. Der Dachverband Travail Suisse kritisierte insbesondere leistungsabhängige Lohnbestandteile und Einmalprämien. Solche Zuschläge wirkten nur kurzfristig und verschwänden oft im Folgejahr wieder – nachhaltig steigen die Löhne so nicht.