Künstliche Intelligenz kann heute schon Stimmen imitieren, kann Artikel schreiben und Bilder generieren. Für die Konsumentinnen und Konsumenten von Medien kann dies eine Herausforderung sein.
Vor diesem Hintergrund stellt die Schweizer Medienbranche am Donnerstag einen gemeinsamen KI-Kodex vor. Dieser legt Regeln für den Einsatz von KI fest. Zudem soll er für Transparenz sorgen.
Vertrauen ist das höchste Gut der Medien.
Künstliche Intelligenz biete viele Chancen, sagt Pia Guggenbühl, Direktorin des Verlegerverbandes Schweizer Medien. Aber eines dürfe man dabei nicht vergessen. «Vertrauen ist das höchste Gut der Medien», betont Guggenbühl.
Im Kontext von KI erhält dieses Vertrauen noch einen höheren Stellenwert.
Gemeinsame Spielregeln durch Kodex
Deswegen haben sich diverse Schweizer Medien, Verbände und Verlagshäuser auf gemeinsame Spielregeln geeinigt und einen Kodex ausgearbeitet für den Umgang mit KI. Im Zentrum dieses Kodex steht, dass Medienunternehmen transparent machen sollen, wie sie KI verwenden.
Weiter soll gekennzeichnet werden, wenn KI‑Systeme Inhalte vollständig generieren. Guggenbühl betont, dass Mitarbeitende, die KI‑Systeme anwenden oder deren Resultate verarbeiten, in der Nutzung sorgfältig unterrichtet wurden.
KI-Meldestelle für alle Medienunternehmen
Stellt ein Konsument oder eine Konsumentin künftig eine Verletzung des KI‑Kodex fest, soll sie das melden können. Hierfür sollen alle Medienunternehmen hauseigene KI-Meldestellen einrichten.
Darüber hinaus will die Branche als zweite Instanz eine unabhängige Ombudsstelle schaffen. Die unabhängige KI‑Ombudsstelle soll für schwerwiegende oder einvernehmlich gelöste Fälle zuständig sein. Sanktionen aussprechen soll diese Ombudsstelle aber nicht können, weshalb das noch zu schaffende Gremium etwas zahnlos daherkommt.
Hierzu sagt Pia Guggenbühl, beim Kodex gehe es um Selbstregulierung und nicht um Bestrafung. «Zugleich ist es aber so, dass Verstösse von der Ombudsstelle veröffentlicht werden sollen und hiervon natürlich auch eine gewisse Signalwirkung ausgehen wird», erklärt die Direktorin des Verlegerverbandes Schweizer Medien.
«Die Branche will nicht zuwarten»
Bei der Ausarbeitung des KI‑Kodex hat sich die Medienbranche in erster Linie an der KI‑Konvention des Europarates orientiert. Auch der Bundesrat will eben diese Konvention bald ratifizieren. Was der Verlegerverband Schweizer Medien zwar begrüsst.
«Die Branche will nicht zuwarten, sondern wir gehen hier voraus», betont Pia Guggenbühl. Der KI-Kodex sei kein abgeschlossenes Dokument, sondern könne in den nächsten Monaten und Jahren abgeändert oder ergänzt werden. Die Entwicklung der KI gehe rasend schnell, sagt Guggenbühl. Die Rahmenbedingungen für die Medienbranche würden sich laufend ändern.