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Krieg im Nahen Osten Flughafen Zürich rechnet mit mehr Nachteilen als Vorteilen

Annullierte Flüge und parkierte Langstreckenflugzeuge. Ob langfristig mehr Passagiere nach Zürich kommen, bleibt offen.

Die aktuellste Herausforderung für den Flughafen Zürich ist der Krieg im Nahen Osten. Seit dem 28. Februar wurden insgesamt 143 Flüge annulliert, wie der Flughafen auf Anfrage von SRF schreibt. Dies, weil diverse Flughäfen in der betroffenen Region geschlossen waren.

Angespannte Standplatzsituation

Zudem mussten mehrere Flugzeuge von Airlines aus dem Nahen Osten ausserplanmässig in Zürich bleiben. Zwischenzeitlich standen bis zu fünf zusätzliche Langstreckenflugzeuge von Emirates, Etihad, Qatar Airways und El Al in Zürich. Aktuell sind es nur noch drei solcher Flugzeuge. Zwar sei die Standplatzsituation dadurch etwas angespannt, schreibt der Flughafen, der Betrieb laufe aber stabil.

Weniger Flüge nach 23 Uhr

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2025 hat der Flughafen Zürich die Zahl der verspäteten Flüge nach 23 Uhr senken können. Um die Verspätungen weiter zu senken, brauche es zusätzliche Massnahmen, sagte CEO Lukas Brosi am Dienstag vor den Medien. Er nannte etwa die geplanten Pistenverlängerungen oder die Betriebsreglementänderung, die unter anderem Südstarts erlauben würde.

Es sei aber schon gelungen, die Anzahl verspäteter Abflüge gegenüber 2024 klar zu senken, sagte Brosi weiter. Die Landungen nach 23 Uhr lagen rund 22 Prozent tiefer als im Vorjahr, die Starts um 13.5 Prozent. Auf diese Zeit fokussiert auch die kantonale «Nachtruhe-Initiative», die dem Flughafen ein Dorn im Auge ist. Flüge nach 23 Uhr wären bei einer Annahme nicht mehr möglich.

Noch in diesem Monat soll die Initiative im Kantonsrat besprochen werden. Die zuständige Kommission sprach sich schon dagegen aus. «Ein erfolgreiches Land braucht einen gut funktionierenden Flughafen», sagte Brosi. Im europäischen Vergleich habe der Flughafen Zürich schon heute die kürzesten Betriebszeiten.

Dass sich viele Gemeinden, darunter die Stadt Zürich, gegen das neue Betriebsreglement wehren, ärgert Brosi nicht, wie er sagte. «Es ist unsere Pflicht, Verbesserungen bei der Sicherheit und der Pünktlichkeit umzusetzen. Wir spielen die Regionen nicht gegeneinander aus.» Es sei aber normal, dass die Änderungen zu regionaler Betroffenheit führen würden.

«Wir müssen aktuell sehr dynamisch planen», sagt Flughafen-CEO Lukas Brosi am Dienstag an der Bilanzmedienkonferenz gegenüber SRF. Heute erwarte der Flughafen Zürich Flüge aus dem Nahen Osten, die Swiss hingegen habe ihre Flüge nach Dubai bis am 15. März sowie jene nach Tel Aviv bis am 22. März ausgesetzt.

Auf die Frage, ob Zürich als Zwischenstopp-Destination mit mehr Passagieren rechnen könne wegen der unsicheren Lage in den Golfstaaten, sagt Brosi: «Ich gehe davon aus, dass die Situation im Nahen Osten in diesem Jahr eher einen negativen als einen positiven Einfluss haben wird auf den Flughafen Zürich.» Allerdings werde es Veränderungen geben bei der Wahl der Flugrouten. Ob dies längerfristig ein Vor- oder ein Nachteil sei für Zürich, sei heute noch nicht abschätzbar.

Mann mit Anzug spricht und gestikuliert
Legende: Lukas Brosi, CEO der Flughafen Zürich AG. Keystone / Michael Buholzer

Grundsätzlich blickt der Flughafen Zürich zufrieden auf das vergangene Jahr zurück: 2025 war ein Rekordjahr, was die Passagierzahlen, aber auch den Umsatz, den Betriebsgewinn und den Gewinn betrifft. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 1.4 Milliarden Franken. Nebst den vielen Passagierinnen und Passagieren hätten auch das Immobiliengeschäft sowie die internationalen Beteiligungen dazu beigetragen, sagte CEO Lukas Brosi.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 10.3.2026, 12:03 Uhr ; 

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