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Landsgemeinde Appenzell 2026 Ein neuer Landammann, ein historischer Eid und Velowege

In Appenzell fand die Landsgemeinde statt. Dabei gaben vor allem eine Frau Landammann und Velowege zu reden.

Pius Federer ist neuer stillstehender Landammann des Kantons Appenzell Innerrhoden. Die Wahl des 55-jährigen Unternehmers aus der Exklave Oberegg ging ohne grosses Brimborium vonstatten; er war der einzige offizielle Kandidat. Federer übernimmt das Volks­wirtschafts­departement.

Zwar wurden bei der Wahl an der diesjährigen Landsgemeinde bei heiterem Sonnenschein zwei weitere Namen aus dem Ring gerufen, bei Federer allerdings erhoben sich die mit Abstand meisten Hände. Der Parteilose tritt die Nachfolge von Roland Dähler an, der bald 65-Jährige war sieben Jahre lang Landammann.

Zeremonie mit drei Personen, einer hält ein Buch, eine Person hebt die Hand.
Legende: Angela Koller ist die erste regierende Frau Landammann. Ihren Amtseid nahm der frisch gewählte Pius Federer ab. Keystone/Gian Ehrenzeller

Kaum eine Minute im Amt, musste Federer bereits erste Pflichten erledigen: Er nahm den Eid von Angela Koller ab – ein historischer, denn Koller ist die erste Frau, die als regierende Frau Landammann wirken kann. Es ist das höchste Amt in Appenzell Innerrhoden, regierender und stillstehender Landammann wechseln sich alle zwei Jahre ab.

Die Regierung von Appenzell Innerrhoden

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Die Kantonsregierung, in Appenzell Innerrhoden Standeskommission genannt, setzt sich seit dem 26. April 2026 so zusammen:

  • Angela Koller, regierender Landammann (Erziehungsdepartement)
  • Pius Federer, stillstehender Landammann (Volkswirtschaftsdepartement)
  • Monika Rüegg Bless, Statthalter (Gesundheits- und Sozialdepartement)
  • Ruedi Eberle, Säckelmeister (Finanzdepartement)
  • Stefan Müller, Landeshauptmann (Land- und Forstwirtschaftsdepartement)
  • Hans Dörig, Bauherr (Bau- und Umweltdepartement)
  • Jakob Signer, Landesfähnrich (Justiz-, Polizei- und Militärdepartement)

Koller führte daraufhin durch die Landsgemeinde, bei der nach den Personenwahlen die Sachgeschäfte anstanden. Unter anderem winkten die Innerrhoderinnen und Innerrhoder ein neues Polizeigesetz diskussionslos durch. Es soll die Möglichkeiten der Polizei ausweiten, beispielsweise bei der verdeckten Fahndung und Überwachung.

Mit einem neuen Bedrohungs- und Risikomanagement soll Straftaten vorgebeugt werden. Und der Datenaustausch zwischen den verschiedenen Polizeikorps soll einfacher werden. Ausserdem wird das automatische Scannen von Autonummern durch Kameras neu im Gesetz verankert.

Velowege müssen zurück ins Parlament

Deutlich mehr Diskussionen gab das neue Veloweg-Gesetz. Der Bauernverband forderte die Rückweisung ans Parlament. Die Regierung wollte per Gesetz untersagen, dass auf Wanderwegen mit dem Mountainbike gefahren werden darf. Zum Schutz des Tourismus und der Landwirtschaft.

Dieser Passus war im Vorfeld umstritten. Das Parlament kippte das Mountainbike-Verbot mit nur einer Stimme Unterschied aus dem Gesetz. Die Landsgemeinde schickt das Gesetz nun dahin zurück. Dem Rückweisungsantrag wurde Folge geleistet, nachdem sechs Rednerinnen und Redner pro und kontra neues Veloweg-Gesetz votiert hatten.

Dähler verabschiedet sich mit nachdenklichen Worten

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Gruppe von Menschen in formeller Kleidung bei einer Veranstaltung.
Legende: Roland Dähler beim Aufzug zu seiner letzten Landsgemeinde als Landammann. Keystone/Gian Ehrenzeller

Der abtretende Innerrhoder Landammann Roland Dähler schlug zum Auftakt der Landsgemeinde nachdenkliche Töne an. Die Wirtschaft und das Prinzip des Miteinanders stünden zusehends unter Druck. Gleichzeitig mache ihn das Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger zuversichtlich.

«Die Flut an schrecklichen Nachrichten über Katastrophen, Kriege, Naturereignisse und Unfälle lässt mich an vielen Tagen sprachlos zurück», sagte Dähler. Die unsichere Weltlage bekomme auch die Schweiz zu spüren, etwa durch eine zusehends unsichere Wirtschaftslage.

Gleichgültigkeit?

«Und trotzdem stehen die meisten von uns jeden Morgen auf und geben ihr Bestes. Wie wenn nichts wäre», so der Landammann weiter. Ob das mit Gleichgültigkeit zu tun habe? Das sei für ihn eher so, dass jeder Einzelne mache, was er in einer solchen Situation tun könne. Nämlich sich täglich für die Lebensgrundlagen, den Fortschritt, die Demokratie und ein friedliches Zusammenleben einzusetzen, so Dähler.

Für den 64-jährigen Roland Dähler war es die letzte Landsgemeinde als Mitglied der Innerrhoder Regierung. Auf die Landsgemeinde hin gab er den Rücktritt aus der Standeskommission bekannt, der er seit 2019 angehört hatte.

Nachrichten, 26.4.2026, 14:00 Uhr ; 

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