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Lohn, Gewalt, Kinderbetreuung Gleichstellung im Kanton Schwyz: Hier gibts noch Handlungsbedarf

GFS Bern hat im Auftrag des Kantons Schwyz die Gleichstellung untersucht. Zahlen und Grafiken zu drei Problemfeldern.

Die Lohngleichheit ist im Kanton Schwyz noch nicht erreicht. Bei der Gewaltprävention gibt es Luft nach oben. Und bei der Kinderbetreuung fehlt es an Angeboten. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage von GFS Bern.

Wir wollten herausfinden, wo der Schuh drückt, wo wir aktiv werden müssen.
Autor: Ruth von Euw Gleichstellungskommission Kanton Schwyz

In Auftrag gegeben hat sie die Gleichstellungskommission des Kantons Schwyz. «Wir wollten eine verlässliche Datengrundlage für unsere Arbeit», sagt Ruth von Euw, Mitglied der Kommission. «Um herauszufinden, wo der Schuh drückt und wo wir aktiv werden müssen.»

Dass ein Kanton seinen Status der Gleichstellung analysieren lässt, ist laut Auftraggeberin schweizweit eine Premiere.

So wurde die Umfrage erstellt

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Für die repräsentative Umfrage hat das Forschungsinstitut GFS Bern 1269 Einwohner und Einwohnerinnen ab 16 Jahren befragt, die im Kanton Schwyz wohnhaft sind. Die Befragung ist online erfolgt zwischen dem 20. Juni und 4. August 2025. Um die soziodemografischen Verhältnisse korrekt abzubilden, wurden die Daten nach Alter und Geschlecht, Siedlungsart, Bezirk und Parteiaffinität gewichtet.

Als «überraschend» bezeichnet Ruth von Euw vor allem eine Erkenntnis: «79 Prozent der Befragten halten Gleichstellung für sehr wichtig, 70 Prozent erleben im Alltag aber immer noch Situationen, in denen Gleichstellung nicht erreicht ist.»

Baustelle 1: Die Lohngleichheit

Gefragt nach spontanen Assoziationen mit Gleichstellung, schwingt bei den Befragten ein Thema oben aus: die Ungleichbehandlung beim Gehalt. Ein Drittel sieht hier grosses Verbesserungspotenzial.

Die Umfrage zeigt allerdings Geschlechterunterschiede: Fast vier von zehn Frauen sehen beim Lohn den dringendsten Handlungsbedarf. Bei den Männern ist dieser Anteil mit 24 Prozent deutlich tiefer.

Lohngleichheit auch national ein Brennpunkt

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Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Das ist auch die grosse Forderung des nationalen Gleichstellungsbarometers 2024. Bei der Lohngleichheit sehen drei Viertel der Befragten die Gleichstellung noch nicht erreicht.

Zweithöchste Priorität hat die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie – sie wird von 63 Prozent der Befragten genannt. Rund die Hälfte der Teilnehmenden sehen zudem bei den Karrieremöglichkeiten und der Verteilung der Hausarbeit noch Luft nach oben.

Das nationale Gleichstellungsbarometer 2024 ist im Auftrag der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten erstellt worden. 2500 Personen haben an der Onlinebefragung von Sotomo teilgenommen.

Ruth von Euw von der Gleichstellungskommission sagt: Beim Kanton gebe es Instrumente, um Ungleichheit bei der Entlöhnung zu verhindern. «Und auch grosse Unternehmen betonen, die Lohngleichheit zu beachten.» Es würde sie daher umso mehr interessieren, bei welchen beruflichen Tätigkeiten die Ungleichheit konkret zutage trete. «Und wie sich das korrigieren lasse.»

Baustelle 2: Gewaltprävention

Gemäss der Umfrage hat jede vierte befragte Person im letzten Jahr eine Situation erlebt, in der sie sich aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt oder diskriminiert gefühlt hat. Meist betrifft es Situationen im Berufsleben. Aber auch sexuelle Belästigungen sind häufig genannt worden.

Wie soll bei sexualisierter Gewalt Gegensteuer gegeben werden? «Am ehesten sehen die Befragten in einer härteren Bestrafung der Täter und Täterinnen eine Lösung», heisst es dazu in der Umfrage. Aber auch Prävention, Aufklärung und bessere Anlaufstellen werden gefordert. Das Fazit der Verantwortlichen: «Die Bevölkerung erwartet, dass Politik und Gesellschaft das Thema entschlossener anpacken.»

Sexuelle Belästigung komme weit häufiger vor, als man denke, so Ruth von Euw. «Ich bin froh, haben wir den Beleg nun schwarz auf weiss und können mit diesen Zahlen weiterarbeiten.»

Baustelle 3: Kinderbetreuung

Während Frauen und Männer den Stand der Lohngleichheit unterschiedlich beurteilen, schätzen sie den Handlungsbedarf bei Gewaltprävention, Kinderbetreuung oder Elternzeit gleich gross ein.

Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheide «weniger das Geschlecht als vielmehr das Alter über die Wahrnehmung», heisst es in der Umfrage. Es sei ein Thema, das «vor allem die jüngere Generation» beschäftige.

Frau mit Brille in Besprechung, Fokus auf Rückansicht.
Legende: 69 Prozent der Befragten aus Schwyz sind laut GFS-Umfrage überzeugt, dass beruflicher Erfolg für Frauen oft mit Abstrichen in der Familie verbunden ist. Shutterstock/Gaudi Lab

«Hier geht es nicht nur um Kita-Plätze und finanzielle Unterstützung, sondern auch um die Möglichkeit, Teilzeit zu arbeiten», sagt Ruth von Euw.

Unter anderem auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möchte die Schwyzer Gleichstellungskommission denn auch ihr Augenmerk legen. «Es geht um Aufklärungsarbeit», so von Euw. «Durch Information und Kommunikation wollen wir den Stein ins Rollen bringen.»

Weiterführende Informationen

Regionaljournal Zentralschweiz, 26.1.2026, 17:30 Uhr ; 

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