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Mangel entschärft Lehrkräfte: Kantone und Gemeinden liefern sich Lohnwettbewerb

Schweizweit suchen Schulen Lehrerinnen und Lehrer für das neue Schuljahr. Es läuft ein Wettbewerb über die Löhne.

Für Schülerinnen und Schüler in vielen Kantonen ist heute der letzte Schultag, doch für die Schulen ist die Arbeit damit noch nicht getan. Sie bereiten schon das nächste Schuljahr vor und suchen Personal.

Zwar hat sich der Lehrpersonenmangel etwas entschärft. Aber: Qualifizierte Lehrkräfte bleiben gefragt. Und um sie anzuwerben, müssen die Gemeinden und Kantone auch immer mehr zahlen – es läuft ein Wettbewerb über die Löhne.

Letzte Vakanzen mit dem letzten Aufgebot besetzt

Die gute Nachricht zuerst. Auch im kommenden Schuljahr dürfte in jedem Klassenzimmer in der Schweiz eine Lehrperson. «Es geht gerade so auf», sagt Thomas Minder, Präsident des Verbandes der Schweizer Schulleiterinnen und Schulleiter, und ergänzt: «Man kann nicht von einer Entspannung reden, weil mit dem letzten Aufgebot quasi die letzten Vakanzen besetzt werden konnten.»

Bei den Logopädinnen, den Heilpädagogen und den Schulleitungen sieht die Situation dramatisch aus.
Autor: Thomas Minder Präsident Verband der Schweizer Schulleiterinnen und Schulleiter

Mit dem letzten Aufgebot wird in der Schweiz also unterrichtet, sagt Minder. Quasi jede verfügbare Arbeitskraft werde eingesetzt, wobei dies bei den Logopädinnen, den Heilpädagogen und den Schulleitungen schon nicht mehr gelte. «Da sieht die Situation dramatisch aus. Da haben wir schon länger einen Mangel und der ist jetzt auch nicht weggegangen und die Stellen können nicht befriedigend besetzt werden», erklärt Minder.

Eine Gruppe von Kindern steht in einem Klassenzimmer und schaut auf einen Erwachsenen mit einer Gitarre.
Legende: Auch im nächsten Schuljahr wird letztlich in jeder Schweizer Schulklasse eine Lehrperson von den Schülerinnen und Schülern stehen. KEYSTONE/Gaetan Bally (Archiv)

Was bedeutet, dass die Schulen nicht für alle Kinder die benötigten Therapieplätze zur Verfügung stellen können.

Kantone heben die Löhne an

Aber immerhin Lehrerinnen und Lehrer finden die Gemeinden und Kantone aktuell knapp genug, wobei es immer teurer zu stehen kommt. Minder beobachtet nämlich zunehmend einen Lohnwettbewerb zwischen den Kantonen im Kampf um qualifizierte Lehrkräfte.

Der Personalmangel wird einfach zwischen den Kantonen hin- und hergeschoben.
Autor: Thomas Minder Präsident Verband der Schweizer Schulleiterinnen und Schulleiter

Es sei in der Tat so, dass verschiedene Kantone die Löhne für Lehrpersonen in den letzten Jahren angehoben haben, so Minder. «Und so wird eigentlich der Personalmangel einfach zwischen den Kantonen etwas hin- und hergeschoben», führt der Präsident des Verbandes der Schweizer Schulleiterinnen und Schulleiter aus.

Personalsituation dürfte sich nicht entschärfen

Akut sei die Personalsituation bei den Lehrpersonen derzeit in der Nordwestschweiz, vor allem in Bern. Besser dafür in Zürich und in der Ostschweiz, wo höhere Löhne bezahlt würden. «Eine Sekundarlehrperson, die in der Ostschweiz in den Beruf einsteigt, verdient circa den Medianlohn, der in der Schweiz gezahlt wird», schätzt Minder ein. Also rund 85'000 Franken brutto pro Jahr für Berufseinsteiger mit Mitte 20.

Auch wenn es für das kommende Jahr also aufgeht, dürfte sich der Personalmangel an den Schweizer Schulen in den nächsten Jahren nicht entschärfen. Viele Kantone rechnen damit, dass die Zahl der zu unterrichtenden Schülerinnen und Schüler in den nächsten Jahren weiter stark ansteigen wird, mindestens bis ins Jahr 2030.

Heute Morgen, 3.7.2026, 6 Uhr

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