Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Massnahme gegen Drogenszene Alkoholverbot in der Stadt Brugg AG wird aufgehoben

  • Im August 2025 führte die Stadt Brugg ein Alkoholkonsumverbot ein.
  • Damit wollte die Stadt gegen die Alkohol- und Drogenszene vorgehen.
  • Nun hebt Brugg das Verbot per 31. März 2026 auf; die Lage habe sich entspannt, meldet die Stadt Brugg.
  • Rund um den Bahnhof Brugg, auf dem zentralen Neumarktplatz Brugg und dem Campusplatz Windisch, ebenfalls beim Bahnhof, durfte seit dem Sommer 2025 kein Alkohol getrunken werden.

Diese Massnahme wurde eingeführt, weil sich hier verschiedene Gruppierungen vermischten, darunter Alkohol- und Suchtkranke. Es kam zu Unruhen. Die Bevölkerung fühlte sich nicht mehr sicher.

Es soll ohne Verbot gehen

Nach rund acht Monaten ist nun aber Schluss. Das Alkoholkonsumverbot wird per 31. März aufgehoben, teilt der Stadtrat Brugg mit. «Das temporäre Verbot war Teil mehrerer Sofortmassnahmen.» Die Bilanz der Massnahme sei positiv.

Die Lage habe sich seit Einführung der Massnahme «merklich entspannt». Auch die vermehrten Polizeikontrollen und das Polizei-Aussenbüro auf dem Neumarktplatz wirkten.

Brugg plant zudem eine Videoüberwachung des öffentlichen Raums. Eine Weiterführung des Verbots sei unter all diesen Aspekten «nicht gerechtfertigt», begründen die Behörden den Entscheid.

Mit Kontrollen und Wegweisungen hat die Polizei die Situation unter Kontrolle.
Autor: Barbara Horlacher Stadtpräsidentin Brugg

Man zähle weniger Personen, die negativ auffallen. «Auch grosse Gruppierungen werden weniger gesehen», erklärt die Brugger Stadtpräsidentin Barbara Horlacher gegenüber SRF. Die Situation in Brugg werde als angenehmer empfunden. Die Gruppierungen hätten sich zum Teil verlagert, gibt Horlacher zu. Aber das Ziel, keine grossen Gruppen im Stadtzentrum zu haben, sei erreicht.

Portrait
Legende: Die Brugger Stadtpräsidentin Barbara Horlacher ist zuversichtlich, dass die Situation in Brugg unter Kontrolle ist. SRF

Auch wenn die warmen Sommermonate noch bevorstehen, plane man aktuell kein weiteres Alkoholkonsumverbot, Ein solches sei auch für Unbeteiligte einschneidend und nur eine «ultima ratio»-Lösung. «Mit Kontrollen und Wegweisungen hat die Polizei die Situation unter Kontrolle», sagt Barbara Horlacher weiter. Die Situation werde laufend beobachtet.

Suche nach Konsumraum läuft

Schon länger sind Pläne für einen Konsumraum und eine Gassenküche in Brugg ein Thema. Seit dem 27. März betreibt die Katholische Kirche Brugg aus eigenem Antrieb eine Gassenküche bei der St. Nikolaus Kirche. Finanziert wird sie durch Spenden. Die Stadt Brugg ist nicht involviert.

Brugg: Einzige Stadt mit Alkoholverbot

Box aufklappen Box zuklappen

Die Brugger Massnahme scheint in der Umsetzung einmalig. Aber auch in Chur galt bis 2020 mehrere Jahre ein nächtliches Alkoholverbot in den Gassen. Auch in Solothurn ist die Alkoholszene immer wieder Thema. Ein Alkoholkonsumverbot gibt es aber nicht.

Die betroffenen Gemeinden Brugg und Windisch suchen hingegen nach wie vor nach einem Standort für einen Konsumraum, hiess es Mitte März auf Anfrage von SRF. «Wir haben mehrere Optionen geprüft und hoffen au eine Lösung», sagte Stadtschreiber Matthias Guggisberg.

Regional Diagonal, 31.3.2026, 16:30 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel