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Nach Brandkatastrophe Wegen fahrlässiger Tötung: Ermittlungen gegen Gemeindepräsident

  • Die Walliser Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana strafrechtliche Ermittlungen gegen fünf weitere Personen aufgenommen.
  • Unter ihnen ist Gemeindepräsident Nicolas Féraud.

Bei den vier anderen Personen handelt sich um den ehemaligen Gemeinderat, der zwischen 2021 und 2024 für die öffentliche Sicherheit zuständig war, den Verantwortlichen für Brandschutz in den Jahren 2020 bis 2024 und dessen Stellvertreter sowie ein Mitglied des aktuellen Teams für öffentliche Sicherheit.

Dies bestätigte die Walliser Staatsanwaltschaft am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Person mit Brille im Anzug vor unscharfem Hintergrund.
Legende: Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana Keystone/CYRIL ZINGARO

Die fünf Angeklagten müssen sich wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung verantworten.

SRF-Korrespondent: Grosser medialer Druck

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SRF-Romandie-Korrespondent Roman Fillinger sagt dazu: «Welche Anhaltspunkte die Walliser Staatsanwaltschaft hat, um gegen die fünf Behördenvertreter zu ermitteln, weiss man nicht. Anzunehmen ist aber, dass es um Unterlassungen bei den Brandschutzkontrollen in den vergangenen Jahren geht.

Ob bei der Ausweitung der Ermittlungen auch der öffentliche und mediale Druck eine Rolle spielt, weiss man nicht – es ist aber zu hoffen, dass er keine spielt. Sicher ist: Der Druck auf die Staatsanwaltschaft ist immens. Von allen Seiten gibt es Kritik. Meist stützt sie sich auf Informationen, welche die Anwälte der Opferfamilien an die Medien weiterreichen.

Auch wenn dabei einzelne Kritikpunkte plausibel erscheinen, ist das ein problematischer Vorgang: Denn die Informationen sind unvollständig und von Interessenvertretern gefiltert. Ausserdem kann eine mediale Vorverurteilung dem Strafverfahren schaden und sogar dazu führen, dass wegen der Vorverurteilung eine allfällige Strafe gegen Verantwortliche der Katastrophe milder ausfällt.»

Es handelt sich um dieselben Anklagepunkte, die auch gegen die Betreiber der Unglücksbar «Le Constellation», Jacques und Jessica Moretti, sowie gegen den ehemaligen und den aktuellen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde Crans-Montana erhoben wurden.

Ermittelt wird inzwischen gegen insgesamt neun Personen. Bei der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana waren in der Neujahrsnacht 41 Personen ums Leben gekommen. 115 weitere wurden teils schwer verletzt.

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Heute Morgen, 9.3.2026, 9 Uhr ; 

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