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Nach Plagiat SVP-Politikerin Nina Fehr Düsel behält Doktortitel

  • Die Zürcher SVP-Nationalrätin Nina Fehr Düsel hat bei ihrer Doktorarbeit stellenweise plagiiert. Zu diesem Schluss kommt die Universität Zürich.
  • Ihren Doktortitel von 2017 darf sie aber trotzdem behalten.

Ein Gutachten kam zum Schluss, dass die Doktorarbeit zur «vorvertraglichen Anzeigepflicht im Versicherungswesen» an 44 Stellen einen Verstoss gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis enthält. Zum Beispiel hätte sie unsauber zitiert.

Bei zusätzlichen 17 Textstellen kam das Gutachten zum Schluss, dass es sich um Plagiate handelt, also abgeschriebene Passagen. Dies hat die Universität Zürich am Mittwoch mitgeteilt.

«Mittelschweres» Verschulden

Das Fehlverhalten sei keineswegs zu bagatellisieren, heisst es im Gutachten. Es handle sich nicht bloss um vereinzelte Flüchtigkeitsfehler, sondern um mehrere, teils erhebliche unzulässige Übernahmen. Fehr Düsels Verschulden stuft das Gutachten als «mittelschwer» ein.

Dennoch sei die Doktorarbeit als Ganzes nach wie vor eine eigenständige und promotionswürdige Arbeit. Deshalb verzichtete die Universität auch darauf, der SVP-Nationalrätin ihren Doktortitel abzuerkennen.

Fehler in Fussnoten und beim Zitieren

Fehr Düsel betonte in einer Stellungnahme, dass die 17 als Plagiatsstellen gewerteten Fehler überwiegend in Randteilen und Fussnoten zu finden seien. «Vom Kernteil der Arbeit sind etwa vier Prozent betroffen», schrieb sie auf ihrer Website. Es gehe etwa um einzelne Sätze, die sie deshalb nicht mit einer Quelle in einer Fussnote belegt habe, weil sie diese als versicherungsrechtliches Allgemeinwissen wahrgenommen habe.

Frau in einem blauen Blazer sitzt mit einem Laptop in einem Sitzungssaal.
Legende: Nina Fehr Düsel ist seit 2023 Mitglied des Nationalrats für den Kanton Zürich. Keystone/ Alessandro della Valle

Teilweise habe sie irrtümlicherweise andere Quellen angegeben. Und schliesslich habe sie «zu grosszügig» zitiert. Die Quelle habe sie an den Ende des Absatzes gesetzt, obwohl dieser Absatz mehrere Sätze enthalten habe.

Fehr Düsel: «Hinterhältige Intrige»

«Ich ärgere mich darüber», schreibt sie. Die kritisierten Stellen habe sie bereits korrigiert. Dass bei einem 220-seitigen Werk mit insgesamt 734 Fussnoten einzelne Fehler vorkämen, sei aber klar. Es gebe wohl nicht allzu viele wissenschaftliche Arbeiten, in denen es überhaupt keine Fehler gebe.

Was sie mehr beschäftigt, ist die anonyme Person, die das Verfahren ausgelöst hatte: Fehr Düsel hatte ihren Titel im Jahr 2017 erhalten. Die Anzeige stammte aus dem Jahr 2023 und wurde nur einen Tag nach ihrer Wahl in den Nationalrat bei der Universität eingereicht. «Wer mochte mir die Wahl so sehr nicht gönnen?» Für Fehr Düsel ist das Ganze eine «hinterhältige Intrige».

Für die Rechtswissenschaftliche Fakultät unterstreicht der Fall die Bedeutung korrekter Quellenangaben, wissenschaftlicher Eigenständigkeit und einer transparenten Arbeitsweise. Die Fakultät hat in diesem Zusammenhang mehrere Massnahmen getroffen, wie zum Beispiel eine engmaschigere Begleitung von Doktorierenden und eine stärkere Sensibilisierung zu den Zitierstandards.

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SRF 4 News, 10.6.2026, 11 Uhr ; 

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