Die Versöhnung: Globi wird Botschafter für den Zürcher Bauernverband. Er ist das Gesicht des sogenannten «Plan B», eines Massnahmenpakets des Verbandes zur Förderung der Biodiversität. Ausgerechnet Globi, über den sich verschiedene Bauern und Politikerinnen landauf, landab beschwert hatten über eine Falschaussage im Buch «Globi und der Wald».
Die Vorgeschichte: In der ersten Auflage des Globi-Buches «Globi und der Wald» stand eine falsche Angabe zum Kraftfutteranteil in der Ernährung von Schweizer Kühen. Statt der tatsächlichen 10 bis 15 Prozent steht im Buch, dass «80 Prozent ihrer Ernährung aus Körnern oder Soja» bestehen. Eine Falschaussage, die den SVP-Nationalrat Mike Egger im Newsportal «20 Minuten» zur Aussage verleitete, Globi habe einen Vogel: «Das stört mich und es stört mich einmal mehr, weil man Produkte aus der Schweizer Nutztierhaltung zu Unrecht verteufelt.»
Die Entschuldigung: Der Verlag entschuldigte sich öffentlich. Verlagsleiterin Gisela Klinkenberg sprach im «Sonntagsblick» von einem «blöden Zahlenfehler» und einer «tendenziösen Formulierung». In einer neuen Auflage hat der Verlag den Fehler korrigiert und die Aussage, dass in Schweizer Milch, Käse und Fleisch ein Stück Regenwald stecke, angepasst. Neu stellt Globi die Frage so: «Dann steckt also in vielen Lebensmitteln auch ein Stück Regenwald?» Nicht mehr: «In Schweizer Milch, Käse und Fleisch steckt also ein Stück Regenwald?» Und er bekommt in beiden Versionen von seiner Begleiterin die Antwort: «Es sieht leider so aus.»
Die Kehrtwende: Diese Woche hat der Zürcher Bauernverband nun überraschend Globi als offiziellen Botschafter für seinen «Plan B» zur Förderung der Biodiversität vorgestellt. Bei der Präsentation sagte Gisela Klinkenberg, die Verlagsleiterin des Globi-Buches, dass Globi ein authentischer Vermittler sei, der die Herzen der Kinder und Erwachsenen erreiche. Der «Plan B» ist ein freiwilliges Programm des Zürcher Bauernverbands zur Förderung der Biodiversität: Bauern setzen eigenständig kleine Massnahmen um, statt dass der Staat ihnen Flächen oder Eingriffe vorschreibt. Sie pflanzen zum Beispiel Bäume und Hecken oder erstellen Stein- und Asthaufen. Finanziert wird das Ganze von privaten Partnern und Sponsoren wie der Zürcher Kantonalbank, der Landi, Lidl und anderen.
Die Kritik: Der Kanton Zürich begrüsst die Initiative des Bauernverbands, betont aber, dass es auch in Zukunft besonders bei grossflächigen Projekten staatliche Investitionen brauchen werde. Und auch Nora Hug von Pro Natura Zürich findet es gut, dass der Bauernverband das Thema Biodiversität aufnehme, für einen wirksamen Schutz der Artenvielfalt brauche es aber deutlich umfassendere Massnahmen. So müssten zum Beispiel auch zentrale Bedrohungen wie der Einsatz von Pestiziden oder der Verlust von hochwertigem Lebensraum dringend angegangen werden.