Ein beissend kalter Wind bläst Schneeflocken über die Place du Scandia. Mehrere hundert Menschen haben sich auf dem Platz mitten im Dorf versammelt. Viele sind schwarz gekleidet, einige haben Rosen dabei.
In Stille harren die Menschen der Kälte, um auf einer Leinwand gemeinsam die Trauerzeremonie in Martigny zu verfolgen. Immer wieder geht ein Schütteln durch die Reihen, Taschentücher werden weitergereicht, Arme um die Schultern gelegt.
Auch weiter oben im Dorf, Nahe der Bar «Le Constellation», haben sich Menschen versammelt, um gemeinsam zu trauern. In den vergangenen Tagen haben hier Hunderte Blumen, Kerzen, Briefe oder Plüschtiere niedergelegt. Ein weisses Zelt hält die Schneeflocken fern.
«Der nationale Trauertag ist sehr wichtig für uns», sagt eine Frau aus dem Dorf. Die Menschen in Crans-Montana würden seit mehr als einer Woche mit diesem Unglück erwachen. Man sei am Boden zerstört und traurig. «Und manchmal auch einfach emotional leer.»
Sie sagt, was viele in Crans-Montana denken. Das Dorf steht noch immer unter Schock. In Gesprächen hört man immer wieder: Innehalten, der Trauer einen Platz geben, in Ruhe zusammenstehen – das brauche es nun. Auch um Kraft zu schöpfen, um nach dieser Tragödie weiterzumachen.