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Neue Gondeln in Grindelwald BE First-Bahn: Betroffene drohen mit Gang ans Bundesgericht

Die Jungfraubahnen wollen die Gondelbahn auf die First in Grindelwald für 70 Millionen Franken ersetzen. Einheimische können den Plänen nicht viel abgewinnen.

Was ist geplant? Die Jungfraubahnen wollen für 70 Millionen Franken die Gondelbahn auf die First ersetzen. Die neue Bahn soll in Zukunft direkt vom Bahnhof Grindelwald via Mittelstation Bort auf die First fahren, ein Seitenarm soll die Station Schreckfeld bedienen. Die Fahrzeit auf die First würde sich von heute 25 auf 15 Minuten verkürzen. Mit der neuen Bahn sollen in Zukunft pro Stunde mehr als doppelt so viele Menschen auf die First transportiert werden können.

Karte mit Seilbahnverbindungen im Skigebiet.
Legende: Rot: So verläuft die Bahn aktuell. Blau: So soll die neue Gondelbahn in Zukunft verlaufen. Schweiz Aktuell

Warum braucht es das? Die Konzession der First-Bahn läuft 2034 aus. Bis dann ist die Gondelbahn 40-jährig. Laut den Jungfraubahnen haben zu diesem Zeitpunkt viele Teile ihre Lebensdauer erreicht und müssen ersetzt werden. Mit der neuen Bahn will die Gemeinde zudem die schmale Dorfstrasse entlasten. Künftig könnten die Gäste direkt beim Bahnhof einsteigen und müssten nicht mehr durch das Dorf zur Talstation laufen oder fahren.

Wenn nicht Vernunft einkehrt, dann wird sich früher oder später das Bundesgericht mit diesem Projekt befassen.
Autor: Patrick Jordi Präsident IG Pro Grindelwald Dorf

Wer wehrt sich gegen das Projekt? Widerstand formiert sich in verschiedenen Kreisen der Grindelwalder Bevölkerung. Der frühere Gemeindepräsident Dres Studer hat in einem Flugblatt die Einwohnenden zum Widerstand aufgerufen. Jägerinnen und Jäger sehen das Projekt ebenfalls skeptisch. Und auch betroffene Grundeigentümerinnen und -eigentümer haben Widerstand angekündet. In ihrem Namen sagt Patrick Jordi, Präsident der IG Pro Grindelwald Dorf gegenüber SRF: «Wenn nicht Vernunft einkehrt, dann wird sich früher oder später das Bundesgericht mit diesem Projekt befassen.»

Was stört die Gegnerinnen und Gegner konkret? Die First ist für viele Einheimische das Lieblingsskigebiet, weil es weniger Touristinnen und Touristen anzieht als die Jungfrau-Seite von Grindelwald. Sie fürchten, dass sich das mit der neuen Bahn ändern würde. Die neue Streckenführung würde zudem bedeuten, dass Grundstücke und Häuser überquert würden, die heute noch nicht betroffen sind. Deren Eigentümerinnen und Eigentümer befürchten, ihre Liegenschaften würden dadurch an Wert verlieren. Aus Sicht des Naturschutzes ist es zudem störend, dass die Bahn über eine Wildruhezone führen soll.

Was sagen die Befürworterinnen und Befürworter? Aus Sicht der Jungfraubahnen ist das Projekt die beste Lösung, die alle Interessen unter einen Hut bringt. Ohne Touristengruppen aus dem Ausland sei die First-Bahn nicht rentabel zu betreiben. Gemeindepräsident Beat Bucher erhofft sich durch das Projekt eine Entlastung des Dorfkerns. Für die schmale Dorfstrasse wäre es gut, wenn Fussgängerinnen und Fussgänger nicht mehr vom Bahnhof zur Talstation der First-Bahnen laufen müssten – auch wegen der Sicherheit, sagt er.

Menschen mit Skiern gehen an Hotel in Bergdorf vorbei.
Legende: Auf der Dorfstrasse in Grindelwald sind in der Hauptsaison zahlreiche Menschen mit Skis und Snowboards unterwegs, um vom Bahnhof zur First-Bahn zu gelangen. Schweiz Aktuell

Wie geht es nun weiter? Als nächstes muss die Gemeinde Grindelwald ihre Überbauungsordnung anpassen, um die neue Streckenführung der Bahn zu ermöglichen. Die Gemeindeversammlung soll Ende Jahr darüber entscheiden. Die Jungfraubahnen wollen den Neubau der First-Bahn bis 2030 abschliessen. Ziel ist, die neue Bahn zu bauen und erst danach die alte abzureissen, sodass es zu keinem Unterbruch im Betrieb kommt.

SRF-Korrespondent: «Eine knifflige Entscheidung»

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Einschätzung von Matthias Thomi, Korrespondent SRF: «Die Kritik und die Angst vor einer Übernutzung des Dorfes und der Natur durch den Massentourismus haben in Grindelwald in den letzten Jahren zugenommen. Die Jungfraubahnen halten dem entgegen, dass die Bahn ersetzt werden muss und dass eine neue Gondel ohne Touristengruppen aus dem Ausland nicht rentabel zu betreiben wäre. Den Stimmbürgerinnen und Stimmürgern von Grindelwald steht also eine knifflige Entscheidung bevor.»

Schweiz aktuell, 23.1.2026, 19:00 Uhr ; 

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