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Neues Störungskonzept SBB stoppt verspätete Züge bis zum nächsten Taktschritt

Anstatt Verspätungen hinterherzufahren, stoppt die SBB verspätete Züge und lässt sie den nächsten Takt abwarten.

Die SBB hat ihre Störungskonzepte für die vielbefahrene Neubaustrecke zwischen Olten und Bern angepasst. Das bedeutet: Deutlich verspätete Züge werden öfter in einem Bahnhof angehalten und warten den nächsten Taktschritt ab – in der Regel die nächste halbe Stunde – und versuchen erst gar nicht mehr, die Verspätung noch aufzuholen.

Zum Beispiel Olten-Bern-Westschweiz

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Ist die Neubaustrecke zwischen Olten und Bern blockiert, werden Züge von Luzern, Basel und Zürich nach Bern über die alte Stammstrecke via Langenthal und Burgdorf umgeleitet. Bei der Ankunft in Bern haben sie dadurch etwa zehn Minuten Verspätung.

Züge Richtung Westschweiz warten nun in Bern weitere 20 Minuten und verkehren erst danach taktgemäss weiter Richtung Westschweiz. Reisende, die sich in den betroffenen Zügen befinden, verspäten sich dadurch zusätzlich.

Für alle anderen, die erst in Bern zusteigen, steht dort ein Ersatzzug bereit, der pünktlich losfährt. So verkehren die Züge ab Bern und in der Westschweiz in diesem Fall weiter planmässig und die Verspätung wird nicht in andere Regionen übertragen.

Beim Halbstundentakt verkehrt die um einige Minuten verspätete Verbindung in der Folge eine halbe Stunde später weiter auf der vorgesehenen Strecke. Mit Folgen für die betroffenen Reisenden: Anstatt der überschaubaren, aufgelaufenen Verspätung, die sich womöglich bis zum Zielort wieder aufholen liesse, vergrössert sich ihre Verspätung noch zusätzlich.

Verspätungen «isolieren»

Für alle anderen sei das neue Störungsmanagement aber ein Vorteil, heisst es von der SBB. Denn dank Ersatzzügen stehe allen Reisenden, die nicht im verspäteten Zug unterwegs sind, eine pünktliche Verbindung zur Verfügung. Die SBB spricht von einer «Isolation» der Verspätung.

Reisende betrachten eine Anzeigetafel: Verspätete Züge werden öfter angehalten.
Legende: Reisende betrachten eine Anzeigetafel: Verspätete Züge werden öfter angehalten und später wieder in den Takt eingegliedert. KEYSTONE / GAETAN BALLY

Die entstandene Verspätung wird so nicht in andere Regionen übertragen. An stark befahrenen Stellen im Schweizer Bahnnetz können einzelne importierte Verspätungen rasch grosse Auswirkungen haben – etwa zwischen Zürich und Winterthur oder zwischen Lausanne und Genf.

Taktverdichtungen lindern die Auswirkungen

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Der Bundesrat will die Bahninfrastruktur in der Schweiz weiter ausbauen. Bis 2035 soll auf weiteren Fernverkehrsstrecken der Halbstundentakt eingeführt werden, etwa zwischen Basel und Zürich, Bern und Luzern oder Bern und dem Wallis. Zwischen Bern und Zürich ist sogar ein Viertelstundentakt geplant. Verkehren die Züge in dichterem Takt, mindern sich auch die Auswirkungen von Verspätungen und die Pünktlichkeit verliert für die Reisenden an Bedeutung. Das Abwarten des nächsten Taktschritts dauert weniger lange und auch verpasste Anschlusszüge fahren rascher wieder.

Das Vorgehen wird laut SBB grundsätzlich schweizweit angewandt, abhängig von den lokalen Konzepten für Störungsfälle. Ende 2024 sei das Konzept angepasst worden, das bei Störungen auf der viel befahrenen Neubaustrecke zwischen Olten und Bern zur Anwendung kommt.

Pünktlichkeit hat sich im letzten Jahr verbessert

Tatsächlich war die SBB im vergangenen Jahr insgesamt pünktlicher unterwegs als im Jahr zuvor. 94.1 Prozent der Züge im Personenverkehr sind nach Angaben der Bahn pünktlich angekommen. Das sind 0.9 Prozentpunkte mehr als noch 2024. Die SBB führt die Verbesserung auch auf das angepasste Störungskonzept zurück.

Als pünktlich gilt ein Zug bei der SBB, wenn er den Zielort mit weniger als drei Minuten Verspätung erreicht.

Verspätete Züge werden umgeplant

In einigen Fällen verkehren die Züge nach dem Abwarten des nächsten Taktschritts nicht mehr auf der gleichen Linie wie zuvor. Ein Intercity verkehrt dann womöglich als Interregio, oder umgekehrt. Zusätzliche Halte können die Fahrzeit unter Umständen noch einmal verlängern. Dieses «Durchschieben des Takts» sei seit dem Fahrplanwechsel vor einem Jahr in den Störungskonzepten vorgesehen, erklärt die SBB auf Anfrage.

Andernorts werden aus dem Takt geratene Verbindungen ganz gestrichen. Reisende müssen dann auf den nachfolgenden Zug umsteigen. Die Konzepte für Störungsfälle werden laut SBB laufend angepasst.

SRF 4 News, 25.2.2026, 18 Uhr ; 

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