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Olympische Winterspiele 2038 Nach Jahrzehnten des Scheiterns hat die Schweiz wieder Chancen

Viele Jahre lang hat sich die Schweiz vergeblich um Olympia bemüht – was schiefging, und warum es jetzt klappen könnte.

Die Schweiz und Olympia: Angefangen hat alles ganz harmonisch. Die Beziehung zwischen der Schweiz und den Olympischen Spielen war von Beginn an eng und historisch stark verwurzelt. Seit 1915 hat die Schweiz mit Lausanne den Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)» und hat bislang an allen durchgeführten Spielen teilgenommen – ausser der Sommerspiele 1956, welche die Schweiz aufgrund des Einmarsches der Sowjetunion in Ungarn boykottiert hatte.

Die grosse Zeit von St. Moritz: Zweimal hat die Schweiz bislang Olympische Spiele durchgeführt, beide Male hiess der Austragungsort St. Moritz. Der mondäne Skiort im Bündnerland hat 1928 sogar die ersten, von den Sommerspielen losgelösten Winterspiele ausgetragen. Zwanzig Jahre später, 1948, wurde St. Moritz erneut berücksichtigt. Es war bis heute das letzte Mal, dass das olympische Feuer in der Schweiz brannte.

Die Jahre des Scheiterns: Schon 1960 hätte St. Moritz die Spiele gerne wieder ausgetragen, verlor aber gegen Squaw Valley (USA). Was folgte, war das grosse Scheitern von Sion. Drei Mal versuchte die Walliser Gemeinde ihr Glück, verlor 1976 aber gegen Denver (USA), wobei die Spiele nach dem Rückzug Denvers letztlich in Innsbruck stattfanden. 2002 wurde Sion dann von Salt Lake City (USA) ausgestochen. Besonders bitter war die Nichtberücksichtigung 2006, als die Kandidatur aus Turin vorgezogen wurde, weil viele Menschen in der Schweiz von der eigenen Bewerbung damals besonders überzeugt waren.

Bundesrat Adolf Ogi mit gefalteten Händen.
Legende: Riesige Enttäuschung nach der Ablehnung: Bundesrat Adolf Ogi hatte sich mit viel Engagement für die Spiele 2006 in Sion eingesetzt. Keystone/FABRICE COFFRINI

Die Bevölkerung will nicht mehr: In der Folge schien der Schweizer Bevölkerung die Lust auf Olympische Spiele vergangen zu sein. In mehreren Volksabstimmungen votierten die Bündner und die Walliser Bevölkerung in den Jahren 2013, 2017 und 2018 jeweils gegen die Austragung von Winterspielen. Hauptgründe waren die hohen Kosten für Kanton und Gemeinden respektive die finanziellen Risiken bei einem möglichen Defizit, Sorgen um den Umweltschutz und auch eine gewisse Skepsis gegenüber dem IOC und den immer gigantischer werdenden Spielen.

Die neuen Vorzeichen: Seit wenigen Jahren hat das IOC nun seine Vergabepraxis angepasst. Das Komitee nimmt nicht mehr mehrere Kandidaturen aus aller Welt entgegen und fällt dann eine Entscheidung, sondern es tritt bereits vorgängig mit möglichen Austragungsorten in Kontakt. Derzeit befindet sich die Schweiz in einem sogenannten «privilegierten Dialog» mit dem IOC für die Winterspiele 2038. Das bedeutet, dass die Schweiz diese Spiele haben kann, wenn sie das möchte und eine valable Kandidatur einreicht.

Olympische Ringe vor bewölktem Himmel.
Legende: Die Olympischen Ringe könnten 2038 wieder in der Schweiz zu sehen sein – nach einer 90-jährigen Wartezeit. Keystone/MICHAEL KAPPELER

Das neue Schweizer Konzept: Der Verein «Switzerland 2038» möchte diese Chance nutzen und hat eine Kandidatur erarbeitet, bei der man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben scheint. Die Winterspiele 2038 würden in der ganzen Schweiz stattfinden – überall dort, wo die Infrastruktur für die jeweiligen Sportarten bereits mehrheitlich vorhanden ist. Die Kosten für die entsprechenden Gemeinden wären daher überschaubar, und sie wüssten auch einigermassen genau, was auf sie zukommt.

So geht es weiter: Am Mittwoch hat der Bundesrat, der wohlwollend hinter dieser Kandidatur steht, die Vernehmlassung lanciert. Er schlägt vor, dass der Bund die Spiele mit maximal 200 Millionen Franken unterstützt. Bis Ende 2026 entscheidet das Parlament, ob es die Spiele tatsächlich mit einem Beitrag unterstützen will. Ist das der Fall, wird die Kandidatur 2027 beim IOC eingereicht.

Heute Morgen, 13.1.2026, 6 Uhr;brus

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