Das Verteidigungsdepartement VBS will in den kommenden Jahren seine zivile Informatik von der sensiblen militärischen Informatik trennen. Das Entflechtungsprojekt «iTask» hat Risiken, wie die Eidgenössische Finanzkontrolle feststellt. Das VBS sieht sich auf Kurs.
Nach einem Cyberangriff auf den Rüstungskonzern des Bundes Ruag hat das Verteidigungsdepartement VBS vor zehn Jahren entschieden, seine zivile Informatik von der sensiblen militärischen Informatik zu trennen. Jetzt kommt das Vorhaben in die heikle Phase.
Wir wechseln das Rad am fahrenden Auto.
Das Departement spricht von einem der grössten Entflechtungsprojekte im Bereich Informatik des Bundes seit Jahren. Rund 100 Millionen Franken dürfte es bis zum geplanten Abschluss im Jahr 2032 kosten. «Wir wechseln das Rad am fahrenden Auto», sagt der stellvertretende Generalsekretär des VBS, Robert Scheidegger.
Entsprechend hoch seien die Risiken, stellt die Eidgenössische Finanzkontrolle nach einer Prüfung des Projekts fest. Die Gesamtplanung des Projekts mit dem Namen iTask sei «unvollständig», Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten seien nicht abschliessend geregelt, schreibt sie in ihrem heute veröffentlichten Prüfbericht. Und: «Es besteht das Risiko, dass das VBS Leistungen, die es erbringen muss, gar nicht, zu spät oder in mangelnder Qualität erbringt.»
VBS akzeptiert Empfehlungen
Die Finanzkontrolle hat mehrere Empfehlungen formuliert. Das VBS akzeptiert sie alle und ist daran, sie schrittweise umzusetzen, wie Daniel Keller, Chef des Armeestabes, erklärt. Das Projekt sei im grünen Bereich, zeigt er sich überzeugt: «Grundsätzlich können wir sagen, dass wir mit iTask jetzt einen hohen Reifegrad haben für die technische Umsetzung.»
Die grösste Herausforderung bestehe darin, über nötige Fachkräfte zu verfügen, um das Projekt über eine so lange Zeit umsetzen zu können, sagt Keller. 126 verschiedene sogenannte «Business-IT-Services» müssten entflochten und Teile davon auf die neue «Digitalisierungsplattform» der Schweizer Armee gezügelt werden. Diese werde ab Mitte des Jahres operationell sein und könne dann «besiedelt» werden, erklärt der Chef des Armeestabes.
Risiken bestünden allerdings auch bei der «Digitalisierungsplattform», räumt Keller ein: «Es sind die technischen Abhängigkeiten, die verfügbaren Ressourcen und Aspekte, die wir heute vielleicht noch nicht kennen.» Mit der Erprobung im kleinen Rahmen, sogenannten «Pilotagen», habe man aber versucht, die Risiken möglichst klein zu halten, versichert der Chef des Armeestabes.