- Untersuchungen bestätigen: Rund um das ehemalige Munitionslager Mitholz gibt es starke Schadstoffbelastungen, besonders im Schuttkegel vor der Anlage.
- Damit wird die Räumung des Munitionslagers komplexer.
- Das Projekt verzögert sich um zwei Jahre. Grund dafür sind gestaffelte Plangenehmigungsverfahren.
- Weil sich die Explosionsgefahr verringert hat, wird das Projekt etwas günstiger.
Die neuesten Untersuchungen rund um das ehemalige Munitionslager Mitholz bestätigen, was bereits vermutet wurde: Das Gebiet ist mit Schadstoffen belastet, teilt der Bund am Donnerstag mit. Besonders jene Bereiche, die 1947 bei der Explosion getroffen wurden, weisen teils stark kontaminierte Böden auf. Diese Böden sind stellenweise mehrere Meter überdeckt – etwa durch Naturereignisse wie Murgänge oder spätere Bauarbeiten wie für Lawinenschutz.
Wir haben riesige Schadstoffmengen in Mitholz und damit müssen wir sorgfältig umgehen.
Besonders grosse Mengen belasteten Materials liegen im Schuttkegel vor der ehemaligen Munitionsanlage. Dort befinden sich rund 350'000 Kubikmeter stark bis sehr stark verschmutztes Material. Das entspricht etwa der Hälfte des gesamten Kegels und würde dreimal das Bundeshaus in Bern füllen.
«Wir haben riesige Schadstoffmengen in Mitholz und damit müssen wir sorgfältig umgehen», sagt der Projektleiter Adrian Götschi. Es könne ein Risiko für die Umwelt entstehen, aber aktuell seien keine Schadstoffe im Wasser festgestellt worden.
Ob das nun alles ist, das zum Vorschein kommt, kann Götschi nicht versprechen: «Wir konnten die grossen Mengen identifizieren, aber wir müssen immer mit Überraschungen rechnen.» Unterhalb des Schuttkegels gebe es Spalten und Klüfte und da könne sich noch das eine oder andere verstecken.
Wegen der grossen Menge wird die Räumung komplexer. Aushubmaterial darf nur eingeschränkt wiederverwendet werden und Material, das stärker belastet ist, muss behandelt werden.
Weideflächen können weiter genutzt werden
Auch die Weideflächen wurden systematisch auf Schadstoffe untersucht. Auf der ganzen Fläche, die von der Explosion getroffen wurde, gibt es laut Bund eine Schadstoffbelastung.
Allerdings müssen lediglich jene Flächen bei den Schiessanlagen und Kugelfängen saniert werden. Die weiteren Weideflächen seien nicht gefährdet und könnten weiterhin für Gras- und Weidewirtschaft genutzt werden, heisst es weiter.
Wegen der grossen Menge und der unterschiedlichen Belastungsgrade des Gebiets müsse jedoch die Planung angepasst werden. So sollen zusätzliche Flächen für Zwischenlager geschaffen werden, und zwar innerhalb des bereits belasteten Gebiets.
Die eigentliche Räumung bleibt ein langfristiges Projekt: Der Abschluss dürfte sich gemäss aktueller Planung um zwei Jahre verzögern und 2047 erfolgen. Dies, weil die Projektleitung einzelne Schritte in der Planung neu organisiert.
Was heisst das für die Bevölkerung von Mitholz? «Uns war wichtig, dass wir für die Bevölkerung den Termin beibehalten konnten, auf den sie wegziehen muss», sagt der Projektleiter Adrian Götschi. Und der sei nach wie vor per Ende 2032.
Geringere Explosionsgefahr
Derweil hat sich die Explosionsgefahr verringert. Deshalb will das VBS nun die Schutzgalerie für die Eisenbahnlinie, die vor dem alten Munitionslager verläuft, verkleinern. Damit spare man 8 Millionen Franken, so der Projektleiter. Jede Einsparung sei gut, auch wenn es bei insgesamt 2.5 Milliarden Franken ein kleiner Betrag sei.