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Regierungskrise Kanton Waadt Valérie Dittli: «Für mich war das eine Entschuldigung»

Die Waadtländer Staatsrätin Valérie Dittli (Mitte) steht seit März letzten Jahres am Pranger, unter anderem wegen angeblichen Amtsmissbrauchs und musste das Finanzdepartement abgeben. Die 33-jährige gebürtige Zugerin musste sich heute Dienstag im Waadtländer Kantonsparlament dem Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK) stellen. Darin wird ihr nicht nur «mangelhaftes Management» im Finanzdepartement vorgeworfen. Scharf kritisiert wird auch ihr «Stil», der zu grossem Leid bei ihren Mitarbeitenden geführt haben soll.

Valérie Dittli

Staatsrätin des Kantons Waadt

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Valérie Dittli (Mitte) wurde 2022 in den Staatsrat des Kantons Waadt gewählt. Bis März 2025 war sie Vorsteherin des Finanz- und Landwirtschaftsdepartements; seit 1. April 2025 ist sie nur noch zuständig für Landwirtschaft, Digitalisierung und Nachhaltigkeit und Klima.

SRF News: Frau Dittli, für was genau haben Sie sich heute im Grossen Rat entschuldigt?

Der Rapport hat uns gezeigt, dass gewisse Mitarbeiter sehr unter Druck waren und dass sie die Situation als sehr schwierig empfanden. Und das tut mir natürlich aufrichtig leid. Die Situationen waren sehr komplex und schwierig für gewisse Mitarbeiter.

Ja, für mich war das eine Entschuldigung.

Kaum hatten fertig gesprochen, ging die Diskussion im Rat los. War das wirklich eine Entschuldigung?

Ja, für mich war das eine Entschuldigung. Man muss die Situationen und die Gefühle der Mitarbeiter respektieren. Ich war verantwortlich für das Departement und nehme diese Verantwortung wahr. Und wenn Mitarbeiter das als so schlimm empfunden haben, entschuldigt man sich dafür.

Bericht kritisiert Valérie Dittli scharf

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Der Untersuchungsbericht des Waadtländer Grossen Rates fällt ein hartes Urteil über die frühere Finanzdirektorin. Der Bericht deckt «mangelhaftes Management, Misstrauen gegenüber der Verwaltung und unzureichend begründete Entscheidungen» auf. Die 32-Jährige soll Mitarbeitende wiederholt unter Druck gesetzt und Forderungen gestellt haben, die aus Sicht der Verwaltung nicht umsetzbar gewesen seien. Dennoch habe sie auf ihre Umsetzung bestanden. Zudem wird Dittli vorgeworfen, Kader unbegründet entlassen und parallel Mandate an externe Spezialisten vergeben zu haben, teils für mehrere 10'000 Franken pro Mandat. Die Kommission spricht von dem Versuch, eine «Parallelverwaltung» aufzubauen.

Wie konnte es eigentlich soweit kommen – was ist ihre Analyse?

Für mich war es ein institutionelles, kein persönliches Problem, zumindest am Anfang war das so. Es drehte sich um den «Bouclier Fiscal», das Steuerschutzschild [Steuerbremse], die wir im Kanton Waadt haben. Da wollte ich einfach genau wissen, was passiert ist. Das hat sich aber als relativ schwierig erwiesen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer in dieser Sache, jetzt kommt ein Bericht dazu, der sehr hart mit Ihnen ins Gericht geht. Kommt Ihre Entschuldigung vielleicht zu spät?

Dazu muss ich sagen, dass ich ja nicht den Bericht abgewartet habe, um Veränderungen vorzunehmen. Bei den Leuten, bei denen ich ohnehin das Gefühl hatte, Fehler gemacht zu haben, habe ich mich schon vor langer Zeit entschuldigt. Man muss sehen, dass wir heute über etwas debattieren, was in der Vergangenheit liegt. Das habe ich mehrmals angeführt heute im Grossrat. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass sich die Situation bereits verbessert hat. Die Mitarbeiter sind zufrieden. Ich bin zufrieden. Jetzt würde ich gerne nach vorne schauen und mich Projekten für den Kanton widmen.

Rücktrittsforderungen

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Im Waadtländer Kantonsparlament wurde Valérie Dittli von einzelnen Parlamentariern zum Rücktritt aufgefordert. Oder aber dazu, in den Ausstand zu treten, bis die Strafuntersuchung zum Fall abgeschlossen sei. Dittli wurden im Zuge dieser Krise bereits das Finanzdepartement entzogen.

Es sind vereinzelte Rücktrittsforderungen laut geworden. Prallt das an Ihnen ab?

Nein, logisch nicht. Ich habe sehr viel Selbstkritik geübt und in den letzten sechs Monaten und reflektiert, was alles passiert ist. Die Kritik geht mir als Person nahe, aber man darf aber nie vergessen, dass man eine Funktion hat. Und ich habe immer versucht, diese Funktion im Interesse der Waadtländerinnen und Waadtländer wahrzunehmen.

Für mich war es ein institutionelles, kein persönliches Problem.

2027 stehen kantonale Wahlen an im Kanton Waadt. Wird Ihr Name da wieder auf dem Ticket stehen?
Dazu kann ich heute noch nichts sagen.

Das Gespräche führte Valérie Wacker.

Schweiz aktuell, 20.1.2026 ; 

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