Für die Ruag ist es ein wichtiges Projekt und sie investiert Millionen Franken dafür: Der Rüstungskonzern will einen Teil der Schweizer F-35-Flotte hierzulande zusammenbauen und so Know-how aufbauen. Dank diesem Know-how will der Bundeskonzern später nicht nur sämtliche 30 Schweizer F-35 warten können, sondern auch F-35-Jets von ausländischen Luftwaffen. Das Projekt trägt den Namen Rigi, weil die Jets im luzernischen Emmen montiert werden sollen.
Doch nun erfährt Rigi einen Dämpfer: Statt wie ursprünglich angekündigt vier wird die Ruag nur drei Jets zusammenbauen können. Das bestätigen drei voneinander unabhängige Quellen gegenüber SRF.
Die Ruag ist zu teuer
Hauptgrund sind demnach die Kosten für die Fertigung bei der Ruag. Die Herstellerin Lockheed Martin ist offenbar nicht bereit, für die Fertigung von vier Jets in der Schweiz zu zahlen. Mit nur noch drei Jets wiederum kann die Ruag weniger Erfahrungen sammeln bei der Montage von F-35.
In der SRF-Samstagsrundschau hält sich Ruag-Verwaltungsratspräsident Jürg Rötheli bedeckt. Zur endgültigen Zahl der Flugzeuge will er nichts sagen. «Wir sind in Moment in den Schlussverhandlungen für den Vertrag», sagt Rötheli. Er betont aber, dass die Ruag auch mit drei F-35 genügend Know-how aufbauen könne: Es braucht sicher mehr als einen Jet. Doch es ist nicht massgebend, ob es drei, vier oder fünf sind. Das bestätigen all unsere Experten.»
Funktioniert das Geschäftsmodell?
Die bevorstehende Reduktion von ursprünglich vier auf drei Jets deutet allerdings darauf hin, dass die Ruag vergleichsweise teuer arbeitet. Wird sie mir ihrer Kostenstruktur überhaupt Wartungsaufträge von ausländischen Luftwaffen an Land ziehen können? Ruag-Präsident Rötheli ist überzeugt, dass das Geschäftsmodell funktionieren wird.
Es werde künftig in Europa insgesamt 800 bis 900 F-35-Jets geben. Bislang gebe es in Europa nur ein einziges Kompetenzzentrum für den Unterhalt im italienischen Cameri. «Unser Ziel ist, dass wir uns auch mit Effizienzsteigerungen so positionieren können, dass wir einen Teil der europäischen Flotte bei uns warten können.» Die Ruag sei bereits im Gespräch mit anderen Ländern. «Es sind zwei Länder im Norden der Schweiz», sagt Rötheli. «Sie sind interessiert, weil sie sehen, was wir beim Schweizer Vorgängerflugzeug, dem F/A-18, machen.»
Ruag droht Umsatz wegzubrechen
Allerdings steht noch nicht fest, welche Art von Arbeiten am F-35 die Ruag überhaupt für andere Länder vornehmen dürfte. Darüber entscheiden die USA in Absprache mit weiteren Ländern, die an der Entwicklung des Kampfjets beteiligt waren.
Beim Bundeskonzern Ruag hängt sehr viel am Projekt Rigi: Unterhaltsarbeiten für die Luftwaffe machen laut Schätzungen von Insidern fast die Hälfte des Umsatzes aus. Ein grosser Teil davon wird Anfang der 2030er-Jahre wegbrechen, wenn die Armee die alten F/A-18-Kampfjets ausser Dienst stellt. Als Ausgleich ist die Ruag zwingend auf das Wartungsgeschäft bei der F-35 angewiesen.