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Die etwas anderen News Ethisch korrekter Handel mit Kriegsschurken – so geht's

Produkte aus der Schweiz werden genutzt, um damit Krieg zu führen. Ein Rezept gegen den Missbrauch von Dual-Use-Gütern lässt sich scheinbar nicht finden. Es gibt jedoch ein paar Ideen, wie man auch mit Schurken ethisch korrekt handeln könnte.

Simon Enzler

Kabarettist

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Die Kunst von Simon Enzler lebt von der Exotik seines markanten Appenzeller Dialektes, aber genauso von seinen präzisen, vielfältigen und politischen Beobachtungen, die er mit einer unvergleichbaren Lockerheit vorzutragen weiss. Den Salzburger Stier erhielt er 2007, aktuell ist er mit seinem elften Programm «brenzlig» auf Tour.

Unlängst wurden in der Ukraine in einer russischen Drohne wieder Teile einer Schweizer Firma entdeckt. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), sofort um eine Stellungnahme bemüht, meinte: Leider seien ihnen die Hände gebunden, wenn Komponenten aus zivilen Exporten zu Rüstungszwecken missbraucht würden. Ein bekanntes Problem mit diesen Dual-Use-Produkten.

Wenn zum Beispiel ein Lederriemen eines exportierten Schwyzerörgelis verwendet wird, um eine Granate an einer russischen Drohne festzuschnallen, dann ist dies Dual-Use. Offensichtlich haben weder das Seco noch Schweizer Exporteure diesen Handel im Griff. Doch man könnte dubiosen Briefkastenfirmen in Ländern der ehemaligen UdSSR alternativ gar nichts mehr liefern.

Wieso diesen halbseidenen Handelspartnern also nicht direkt Schrott verkaufen?

Wer glaubt, dass solch undurchsichtige Kunden sich an Klauseln, die den Wiederverkauf verbieten, halten, glaubt entweder an den Osterhasen, den Heiligen Nikolaus und an die Keuschheit des katholischen Dorfpfarrers oder er will es schlicht glauben: wegen der Bilanzen.

Unbestritten: Export ist wichtig für die Wirtschaft. Um aber sicher zu sein, dass Boykotte nicht umgangen werden, könnte man Dual-Use-Güter, sprich Produkte mit eingebauten Speziallasern und GPS-Modulen oder Präzisionswerkzeug zur Herstellung von Halbleitern, einfach ohne diese Komponenten ausliefern. Eine Wärmebildkamera ohne den Wärmebild-Chip wäre höchstens noch als überteuerte Selfie-Kamera in russischen Schützengräben geeignet.

Nicht Dual-Use, sondern use-less!

Genau das passiert ja täglich irgendwo in Kirgisistan. Nach dem Ausschlachten der kriegswichtigen Komponenten landen die nutzlosen Produkte auf der nächsten Abfallhalde. Wieso diesen halbseidenen Handelspartnern also nicht direkt Schrott verkaufen? Nicht Dual-Use, sondern use-less! Wohl nicht nachhaltig, aber immerhin ethisch korrekt.

Es wäre besser, als sich nach so einem Deal als Seco oder Schweizer Firma die Hände in Unschuld waschen zu wollen. Denn wenn eine Anästhesistin einem Drogendealer Morphium verkauft, im Wissen, dass er es auf der Gasse verhökert, ist sie entweder naiv oder sie braucht schlicht die Kohle. Sauber ist es auf keinen Fall.

Denen würde ich Tausende Fuchsschwänze schicken.

Diese Schurken würde ich dermassen mit Schweizer Qualitätsexporten fluten, dass ihnen die Zollpapiere im Hosensack flattern. Mikrochips? Gerne. Sackweise. Und zwar direkt von Zweifel. Sogar mit Aromat. Für die optische Zielerfassung von Lenkwaffen hätten wir Westschweizer Biolinsen im Angebot.

Oder wie wär's mit Spezialequipment für Halbleiter? Kein Problem. Denen würde ich Tausende Fuchsschwänze schicken. Also die handlichen Sägen. Geeignet für die Produktion eines nutzlosen, aber akkurat gesägten Halbleiters aus russischer Produktion.

Am besten würde man derlei Kundschaft gar nicht mehr beliefern. Nicht mal mit kulinarischen Spezialitäten. Diesen Verbrechern ist sogar zuzutrauen, dass sie auch diese missbrauchen: Aus Thurgauer Apfelmost und Raclettekäse könnten biologische Kampfmittel destilliert werden. Frei nach dem Motto: «Weisst du, my friend, … bisseli stinke muess es!»

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SRF 1, Zytlupe, 30.5.2026, 13 Uhr; herb

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