Neues Jahr, alter Jammer … Ja, sorry, Leute: 2026 wird nicht besser. Für uns werden die Medikamente teurer, weil Swiss Pharma sie in den USA verbilligen muss. «America first!» Schliesslich haben wir mit dem Selbstsüchtigen im Weissen Haus einen Unterwerfungsvertrag abgeschlossen. Er liefert uns im Gegenzug mit Anabolika gemästetes Rindfleisch. Als hätten wir nicht genug eigene Probleme!
‹Gemeindeschutzinitiative› klingt ebenso sympathisch wie ‹Waldschutzinitiative›.
Es ist ja schon schwer genug, der Pflicht als Bürgerin und Bürger nachzukommen. Die Initiativen, über die wir bald abzustimmen haben, tragen zwar allesamt verlockende Namen. «Gemeindeschutzinitiative» klingt ebenso sympathisch wie «Waldschutzinitiative». Allerdings wollen alle beide bloss Windturbinen verhindern. Denn das Lager derjenigen, die gegen Windmühlen kämpfen, ist momentan das eifrigste im Land.
«Für eine Zukunft» durften wir, Juso sei Dank, im November abstimmen. Schön! In Wahrheit ging es um hohe Erbschaftssteuern. Auch eine Initiative «zum Schutz von Mensch und Umwelt» ist bereits abstimmungsreif. Wobei es sich schlicht um die Neuauflage der Konzernverantwortungsinitiative handelt, die am Ständemehr scheiterte.
Neu ist einzig, dass Fremdenfeindlichkeit nun offenbar ‹nachhaltig› ist.
Von wem die Linke dieses Täubeln gelernt hat? Von der bürgerlichen Rechten, die mit ihren Anliegen unverdrossen immer und immer wieder an die Urne drängt: Bei der «Nachhaltigkeitsinitiative» – welch edler Name! –, die im Juni zur Abstimmung kommt, handelt es sich um den 15. Anlauf seit James Schwarzenbach selig, die Schweizer Grenzen dichtzumachen. Neu ist einzig, dass die Fremdenfeindlichkeit nun offenbar «nachhaltig» ist. Und sollte es nicht klappen, ist Nummer 16 – apropos Täubeln … – bereits in der Pipeline: die «Grenzschutzinitiative».
Wer häts erfunde? Die Volkspartei.
Wie lustig, dass mit Nationalrat Walter Gartmann just ein Volksparteiler dem Immer-wieder-an-die-Urne-Bringen des ewig Gleichen den Riegel schieben will. Denn: Wer häts erfunde? Die Volkspartei. Nach «No Billag» nun «200 Franken sind genug». Eine Halbierung der SRG, die einem faktischen Todesstoss gleichkäme.
Schade nur, dass sich die Menschen überall da, wo öffentlich-rechtliche Medien kaputtgespart wurden, kaum mehr redlich informieren und eigene Meinungen bilden können. Radio und TV zu killen, bedeutet ein Massaker an der Demokratie. Siehe Berlusconi, siehe … Trump. Wer die Bevölkerung lange genug mittels kommerzieller Sender verblödet und verblendet, wird am Ende gewählt. Ganz demokratisch. Und selbst dann, wenn er ein Gangster ist.