Die Temperaturen steigen wieder und Hitzerekorde schmelzen dahin wie Glacekugeln auf aufgeweichtem Asphalt. Wir befinden uns bereits in der zweiten Hitzewelle dieses Jahres, es erinnert ein bisschen an die Corona-Zeit … Aber während man in der Pandemie immerhin noch «Abstand halten» konnte, ist diese Affenhitze überall! «Bleiben Sie zu Hause!» nützt nichts. Hitzewelle ist, wenn der einzige kühle Ort in deiner Wohnung der Kühlschrank ist. Wenn du schwitzend und halb nackt vor dem offenen Eiskasten stehst und einen eigenartigen Neid entwickelst auf die Milch und die Butter, die da chillen, als wenn nichts wäre. Wenn du dich beim Anblick des knackigen, frischen Gemüses irgendwie ausgeschlossen, ja, als «Lebewesen zweiter Klasse» fühlst!
Damals im Corona-Lockdown haben wir WC-Papier gehamstert. Jetzt sind die Ventilatoren ausverkauft!
Damals im Corona-Lockdown haben wir WC-Papier gehamstert. Jetzt sind die Ventilatoren ausverkauft! Und auch jetzt gibt es hitzige Diskussionen über die richtigen Massnahmen. «Am Morgen alle Löcher zumachen!» «Nein, Storen runter, aber Fenster offen lassen wegen des Durchzugs!» – ja, es geht wieder ein tiefer Spalt durch die Gesellschaft …
Die Lösung wären richtige, fix montierte Klimaanlagen. Denn wir müssen längerfristig denken: Kühler werden die Sommer nicht mehr, da kann man den Klimawandel noch so leugnen. Aber für eine sogenannte Split-Klimaanlage mit Aussengerät an der Hauswand braucht es natürlich eine Bewilligung. Je nach Kanton und Gemeinde ist das schwierig bis aussichtslos – da hilft auch ein Telefon mit Trump nichts.
Doch wenn das so weitergeht mit dieser Hitze, können wir davon ausgehen, dass die in Bern oben nach ihren Krawatten auch die Bewilligungspflicht für Klimaanlagen lockern. In Zukunft werden diese auch in unseren Breitengraden Standard sein und flächendeckend ganze Fassaden verunstalten – aussen pfui, aber dafür innen hui!
Das Problem: Klimaanlagen sind Stromfresser und somit leider nicht klimafreundlich. Anders gesagt: Klimaanlagen zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels fördern wiederum den Klimawandel und seine Folgen.
Überhitzte Wohnungen, überreizte Nerven, Übersterblichkeit … Und die nächste Angriffswelle rollt schon an …
Wahrlich, wir leben in einer «Zeitenwende», die globale Bedrohungslage hat sich auch für die Schweiz verändert. Der Ernstfall ist da! Es ist aber nicht der Russe, der uns bedroht, auch nicht irgendein Virus, nein, es ist die Erde, die fiebert. Jetzt spüren wir die Auswirkungen des Klimawandels ganz konkret am eigenen Leib: überhitzte Wohnungen, überreizte Nerven, Übersterblichkeit … Und die nächste Angriffswelle rollt schon an …
Also ab in den kühlen Luftschutzkeller, liebe Schweizerinnen und Schweizer, wofür haben wir ihn sonst? … Packen Sie das Wichtigste ein und ziehen Sie sich mit Ihren Liebsten in Ihren Luftschutzkeller zurück, der – wie der Name sagt – Schutz bietet vor der heissen Luft.
Machen Sie es gut, wir sehen uns im Herbst wieder!