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Die etwas anderen News König Infantino und King Donald

Eine Fussball-WM, an der alles grösser ist als je zuvor. Auch die Egos zweier ach so starker Männer. Kann das gutgehen?

Bänz Friedli

Kabarettist

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Der Basler Kabarettist mit Berner Wurzeln ist Meister darin, den Finger dort draufzuhalten, wo es wehtut. Dabei bleibt Bänz Friedli stets ein Erzähler, der vermeintlich Kleines mit dem grossen Ganzen verbindet. 2015 war er Preisträger des Salzburger Stiers, 2024 des Prix Cornichon. Aktuell ist er mit dem Programm «Bänz Friedli räumt auf» auf allen Deutschschweizer Bühnen zu sehen. Fürs «Spasspartout» auf SRF1 moderierte Friedli jeweils die Live-Kabarett-Abende «Ohrfeigen» aus dem Kleintheater Luzern.

Die grösste WM aller Zeiten! Mit den meisten Spielen und den meisten unterschiedlichen Anspielzeiten: siebzehn an der Zahl. Weshalb? Weil König Gianni Infantino den Gewinn um Senderechte optimiert und die Spiele mächtiger Teams zur TV-Primetime im jeweiligen Land angesetzt hat. Seine FIFA, die sich am Hauptsitz in Zurich, Switzerland, als gemeinnütziger Verein tarnt, ist eine mafiöse Geldmaschine. Und der Mann ist ein «Deal Maker».

Was auch der selbstsüchtige Präsident des Austragungslandes von sich behauptet. Er war es, Donald Trump, der den FIFA-Vorsitzenden einst als «King of Soccer» bezeichnete. Aber kann es auf Dauer gutgehen, wenn zwei solch grosse Egos aufeinanderprallen?

Where’s the Rolex?

Nehmen wir an, wir erhielten Einblick ins Abhörprotokoll einer Unterredung der beiden im «Oval Office»: Der Besuch des «King of Soccer» beim König der Eitelkeiten beginnt mit den üblichen Schmeicheleien, eskaliert aber rasch, weil Infantino bloss eine Toblerone mitgebracht hat und Trump befindet, ihm werde zu wenig gehuldigt. «Where’s the Rolex? Von Besuch aus deinem Land bin ich mir andere Geschenke gewohnt.»

Infantino wiederum zeigt sich unzufrieden, dass ein Schiedsrichter aus Somalia nicht einreisen durfte. Wir erinnern uns: Somalia, Februar 2025 – Trumps erster Militärschlag gegen ein anderes Land in der zweiten Amtszeit, sieben weitere sollten folgen. «Und dafür habe ich für dich eigens den ‹FIFA-Friedenspreis› erfunden?», beschwert sich Gianni. «Ich will ein ‹Peace, Love and Happiness›-Image für die WM. Und du führst lauter Kriege!»

Weiter verrät unser Abhörprotokoll Trumps Wunsch, die FIFA möge die USA zum Sieg tricksen. Und dass er den Schweizer Breel Embolo, dem das US-Visum zunächst verwehrt wurde, einen Kriminellen nennt. Ob Infantinos Konterfrage, wer denn hier wohl kriminell sei, gerät Mister President vollends in Rage. Und droht mit neuen Strafzöllen.

Wer im Web einen Gedanken äussert, wird mit Kotz-Emojis und Flüchen eingedeckt.

Man fragt sich zuweilen, was sich die Persönlichkeiten aus der hiesigen Politik heute denken, die Trump einst als «Segen für die Schweiz» bezeichneten, die Röstis und Martullos. Und der Luzerner Nationalrat Franz Grüter, der zu posaunen pflegte: «Ich bin der grösste Trump-Fan im Bundeshaus!» Nahe liegt, dass auch sie Trumps Gebaren unterdessen ablehnen.

Fragt sich dann einzig, warum der Einfluss des Trump’schen Stils so gross ist: Lug, Trug und Häme spalten zusehends unser Land, im Kampf um die sogenannte «Nachhaltigkeitsinitiative» wurde mit so vielen gefälschten Zahlen operiert wie nie zuvor. Und wer im Web einen Gedanken äussert, wird mit Kotz-Emojis und Flüchen eingedeckt – Trumpismus pur.

Im «Oval Office» zanken sich die beiden schliesslich darum, wer denn am Ende des Turniers den Pokal überreichen dürfe. Schwierig bei zweien, die sich je für «The Greatest» halten. Trump vergleicht sich mit einem, als der er sich gern darstellen lässt: Jesus. «Trifft sich gut», erwidert Infantino sec, «dann bist du nämlich bloss mein Sohn. Denn ich … bin Gott.»

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SRF 1, Zytlupe, 13.06.2026, 13:00 Uhr

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