Was haben die Schweizer Munitionspolitik und der Rücktritt des deutschen Ex-Gesundheitsministers Jens Spahn gemeinsam? Beides basiert auf der goldenen Regel: «Inoffiziell machen wir überall mit, aber offiziell …»
Aber von vorn: In Deutschland ist die Bombe geplatzt: CDU-Politiker Jens Spahn ist Vater geworden. Dank einer Leihmutter in den USA. Die Folgen? Ein politisches Erdbeben samt Rücktritt! Die christlich-konservativen Parteifreunde schäumen: «Widerspricht all unseren Werten!», während die Progressiven empört schreien: «Wie kann man im 21. Jahrhundert wegen einer Familiengründung zurücktreten müssen?!»
Und wir in der Schweiz? Wir zücken wie immer sogleich das Gesetzbuch.
Ein Uterus ist keine Mietwohnung auf Airbnb!
Hier ist Leihmutterschaft strengstens verboten. Bundesgericht, Pfarrer und Tante Marieli sagen Nein. Argumente von links: «Uterus ist keine Mietwohnung auf Airbnb!» So weit, so gut. Aber jetzt kommt die Realsatire: Das Verbot zu umgehen, ist in der Schweiz völlig straffrei!
Das ist die Meisterklasse der Doppelmoral – haargenau wie bei unserer Aussenpolitik. Wir verkaufen keine Munition direkt in Kriegsgebiete, weil wir ja so «neutral» sind. Aber wenn Nato-Staaten das Zeug umetikettieren, drücken wir beide Augen zu.
Beim Kinderwunsch läuft exakt dasselbe Täuschungsmanöver: Der «Leihmutterschaftstourismus» blüht. Schweizer Pärchen fliegen ins Ausland, holen das Baby und kommen zurück. Und der Staat? Seufzt, rückt die Brille zurecht und muss die Vaterschaft wegen des Kindeswohls anerkennen. FDP und GLP jubeln im Bundeshaus: «Sehr gut! Das nennt man Eigenverantwortung – bitte bürokratiefrei ins Parteiprogramm übernehmen!»
Ein drittes Kind ist finanziell vergleichbar mit dem Kauf eines F-35-Kampfjets.
Derweil sinkt die Schweizer Geburtenrate dramatisch. Warum? Wegen der Kita-Rechnung! Ein drittes Kind ist bei uns finanziell das Gleiche wie der Kauf eines F-35-Kampfjets. Wer sich drei Kinder leistet, ist wahlweise Milliardär oder verhaltensauffällig.
Egal ob Leihmutter im Ausland oder Eigenproduktion im Zürcher Spital: Am Ende verbindet uns eine schmerzhafte Gemeinsamkeit – «es isch soutüür!». Das Schweizer Staatssystem hat das Kinderkriegen zum reinen Luxusgut degradiert. Wer reich ist, kauft sich ein Baby in Kalifornien. Wer normal verdient, macht nach dem zweiten Kind mit dem Geld lieber Ferien in der Toskana, weil die Krankenkassenprämie schon wieder steigt.
Ich fordere Leihmutterschaft für das 3. Kind – subventioniert durch die Pro Juventute!
Mein Vorschlag für eine Motion im Nationalrat: «Leihmutterschaft für das 3. Kind – subventioniert durch die Pro Juventute.» Oder: Wer drei Kinder aufzieht, dem wird der Wehrpflichtersatz erlassen. Wir sitzen schliesslich alle im selben Boot. Und für das Bundeshaus sollte ab sofort die neue Schifffahrtsregel gelten: Frauen und Baby-Budgets zuerst.