Die SBB hat nun definitiv entschieden, dass die Zürcher S-Bahnen künftig in Schaffhausen gewartet und abgestellt werden. Bisher geschieht dies in Serviceanlagen in Winterthur und Zürich, doch für den nächsten Ausbauschritt der S-Bahn reichen die Kapazitäten nicht aus.
Schon seit Längerem sucht die SBB deshalb einen geeigneten Standort in der Umgebung Zürich. Erste Pläne in Bubikon, im Zürcher Oberland, sind am massiven Widerstand gescheitert. In Schaffhausen wurde die SBB nun fündig – auch weil die Serviceanlage nicht mehr auf der grünen Wiese, sondern auf einem Areal beim Güterbahnhof geplant ist. Dieses gehört bereits heute der SBB und wird für den Bahnbetrieb genutzt.
Auf dem Gebiet am nördlichen Ende der Güterhalle wird bis 2032 eine 220 Meter lange, 40 Meter breite und 10 Meter hohe Halle gebaut. Zudem passt die SBB die Gleisanlagen in Schaffhausen an, um die neuen Züge dort abzustellen.
Die 95 neuen Zürcher S-Bahn-Doppelstockzüge nimmt die SBB Anfang der 2030er-Jahre in Betrieb. Sie sind mit 150 Metern Länge einen Drittel länger als die bisherigen. Pro Tag werden in Schaffhausen sechs bis neun Züge gewartet, geputzt und abgestellt.
Dadurch entstehen laut SBB 60 neue Arbeitsplätze in Schaffhausen, es handle sich also um eine «Win-Win-Situation», sagt Stefan Holziger, der bei der SBB für die Entwicklung der Serviceanlage zuständig ist.
Doch nicht nur im Zürcher Oberland, auch in Schaffhausen gab es eine anfängliche Abneigung gegen die Pläne der SBB, sagt die Stadträtin und Baureferentin Katrin Bernath (GLP): «Doch jetzt sieht es die Stadt als einmalige Chance, das Areal der SBB im Baurecht zu übernehmen». Denn die Stadt Schaffhausen plant dort einen neuen Stadtteil mit Wohnraum für 800 Menschen und Gewerberäumen mit 900 Arbeitsplätzen. Gebaut werden soll auf dem Dach der Servicehalle.
Das sei kein Wunschtraum, sondern basiere auf den Berechnungen einer Machbarkeitsstudie, sagt Katrin Bernath. Zudem halten sich die Lärmemissionen in dieser Wartungsanlage in Grenzen, sagt Stefan Holziger von der SBB. Darüber zu wohnen, sollte also kein Problem sein.
Ob das neue Quartier auf der Serviceanlage tatsächlich gebaut wird, entscheiden die Schaffhauser Stimmberechtigten. 34 Millionen Franken beantragt der Stadtrat.
Im Frühling 2027 soll die Vorlage zur Abstimmung kommen. Baustart wäre nicht vor 2033 – wenn die Serviceanlage bereits in Betrieb ist. Denn diese entsteht sowieso, auch wenn die Stimmberechtigten die Überbauung ablehnen sollten.