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Schweizer Atomkraftwerke Greenpeace: Schweizer Strom aus russischer Quelle

Eine Greenpeace-Untersuchung zeigt, dass die Axpo-Kraftwerke Beznau I + II mit russischen Uran betrieben werden.

Werden Schweizer Atomkraftwerke mit russischem Uran betrieben? «Nein», sagt das Energieunternehmen Axpo. Nun zeigt aber eine Untersuchung von Greenpeace, dass die Axpo-Kraftwerke Beznau und Leibstadt immer noch mit Uran und mit Anlagen betrieben werden, die unter russischem Einfluss stehen.

Grosser zylindrischer Gebäudekomplex mit 'Axpo'-Logo, bewölkter Himmel.
Legende: Die Axpo plant die Stilllegung von Beznau I im Jahre 2033. KEYSTONE/Christian Beutler (Archiv)

Der Energiekonzern wiederholte am Dienstag auf Anfrage, was er schon vor einem Jahr bekannt gegeben hat. «Die Brennstoffversorgung von Leibstadt und Beznau ist aufgrund von Reserven seit 2022 nicht mehr auf russische Quellen angewiesen.»

Betrieb bis zur Stilllegung mit russischem Uran

Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz, relativiert dies, was Beznau betrifft. Die beiden Reaktoren würden bis zu ihrer Stilllegung in sechs bis sieben Jahren sehr wohl mit Uran aus Russland betrieben.

Die Axpo hätte diese Verträge auflösen können. Das wäre mit Kosten verbunden gewesen, aber aus ethischer Sicht wäre es notwendig gewesen
Autor: Florian Kasser Atomexperte bei Greenpeace Schweiz

Dieses Uran liege bereits in Lagern ausserhalb Russlands und werde von der französischen «Framatome» aufbereitet. Entsprechende Verträge hätten schon vor dem Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine bestanden. «Die Axpo hätte diese Verträge auflösen können. Das wäre mit Kosten verbunden gewesen, aber aus ethischer Sicht wäre es notwendig gewesen», erklärt Kasser. Eine Geschäftsbeziehung direkt mit «Rosatom», einem Konzern, der am Krieg in der Ukraine beteiligt ist, sei, so der Atomexperte bei Greenpeace Schweiz, einfach nicht vertretbar.

Uran-Lieferungen aus Kasachstan

Was das Kernkraftwerk Leibstadt betrifft, das noch deutlich länger laufen soll, habe die Axpo tatsächlich Russland als Lieferanten ersetzt, und zwar durch Kasachstan, ergänzt Kasser von Greenpeace.

Kasachstan ist eine ehemalige sowjetische Republik und die Verbindungen zu Russland sind immer noch sehr stark.
Autor: Florian Kasser Atomexperte bei Greenpeace Schweiz

Das sei aber nicht besser. «Kasachstan ist ein Land, das ebenfalls autokratisch geführt wird. Dazu kommt, dass Kasachstan klar im Einflussbereich von Russland liegt», sagt Kasser und ergänzt: «Es ist eine ehemalige sowjetische Republik, und die Verbindungen mit Russland sind immer noch sehr stark.» Konkret sei der russische Atomkonzern «Rosatom» direkt an Uranminen in Kasachstan beteiligt.

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Dazu schreibt die Axpo: «Es gibt keine direkten oder indirekten finanziellen Flüsse nach Russland oder an russische Parteien aus den Verträgen mit Kazatomprom.» Gemeint ist der kasachische Uranproduzent.

Diese Feststellung lässt die Frage offen, ob das Uran aus Kasachstan doch mit der Bahn durch Russland nach Sankt Petersburg transportiert wird, bevor es dort verschifft wird. Unabhängig davon, wie gross der Anteil Russlands an den Uranlieferungen in die Schweiz tatsächlich ist, ganz unbedenklich scheinen nicht alle zu sein.

HeuteMorgen, 28.05.2026, 6 Uhr

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