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Sicherheit auf den Pisten Lawinen sprengen: Mit Sprengstoff im Rucksack den Berg hinauf

Bei Schneemassen wie in den letzten Tagen müssen Lawinen gezielt gesprengt werden. Stefan Hallenbarter, Leiter des Pisten- und Rettungsdienstes Titlis, zeigt, wie das funktioniert.

In den Schweizer Alpen herrscht massive Lawinengefahr. Vielerorts wurde die höchste Gefahrenstufe ausgerufen. In der Region Titlis gilt die Gefahrenstufe 4 von 5. Also grosse Gefahr. Bis zu 70 Zentimeter sind letzte Nacht gefallen. Damit Skifahrerinnen und Skifahrer die Pisten trotz erheblichem Risiko sicher befahren können, sind Sicherheitsvorkehrungen unerlässlich.

Einer, der für die Sicherheit am Berg sorgt, ist Stefan Hallenbarter, Leiter des Pisten- und Rettungsdienstes Titlis. Bevor die Pisten für den Tag öffnen, führt er mit seinem Team kontrollierte Sprengungen durch. Dadurch können sie gezielt Lawinen auslösen, die sonst auf die Pisten treffen könnten.

Mann in oranger Skijacke und Helm im Schnee.
Legende: Der Leiter des Pisten- und Rettungsdienstes Titlis, Stefan Hallenbarter, sorgt dafür, dass die Pisten sicher sind. srf

Der Experte kennt das Gebiet und weiss genau, welche Hänge Gefahr bergen. Obwohl die Situation zurzeit aussergewöhnlich sei, ändere das nichts an seiner Arbeit. «Es ist vom Ablauf her nicht anders. Wir sichern alle kritischen Hänge und entscheiden danach, wie viel wir vom Gebiet öffnen können.»

Mit der Sprengladung im Rucksack

Die Sprengladungen werden im Lager vorbereitet. Kiloweise Sprengstoff wird dazu benötigt. Klingt gefährlich, ist es aber laut Hallenbarter nicht. «Der Sprengstoff ist schlagfest. Den kann man sogar ins Feuer werfen und es würde nichts passieren», erklärt er und betont: «Geknallt hat es noch nie.» Sind alle Ladungen und Zünder bereit, geht es an die Hänge.

Arbeiter in orange-schwarzer Schutzkleidung im Werkraum.
Legende: Mit geübten Handgriffen werden die Sprengsätze im Lager vorbereitet. SRF

Während er über Funk die Aktion koordiniert, geht sein Team mit Sprengladungen und Zündern im Rucksack und den Ski an den Füssen zu den risikoreichen Stellen.

Zwei Skifahrer im Schnee mit Stöcken und Ausrüstung.
Legende: Bei Wind und Wetter geht das Team mit den Sprengladungen im Rucksack in die Hänge. srf

Dort wird die Sprengladung an einem Stock befestigt, platziert und gezündet. Danach hat man eineinhalb Minuten Zeit, sich in Sicherheit zu bringen. «Das reicht locker», meint Hallenbarter.

Sicherheit gilt auch für das Team

Um bei der Arbeit nicht plötzlich selbst in eine Lawine zu geraten, gibt es Sicherheitsvorschriften. Man ist immer zu zweit, wenn man Sprengungen durchführt. Ausserdem kennen die Mitarbeitenden sichere Wege, die es ihnen ermöglichen, zu den Sprengpunkten zu gelangen, ohne selbst durch die Risikohänge fahren zu müssen.

Zwei Personen im Schnee mit Rettungsausrüstung.
Legende: An Stöcken befestigt werden die Sprengladungen an den risikoreichen Stellen platziert und gezündet. srf

Die Explosion sei nicht so gefährlich, wie man meine, erklärt ein Mitarbeiter: «Das ist nicht wie eine Handgranate mit einem Splittermantel.» Man müsse lediglich darauf Acht geben, dass keine Steine herumfliegen können und man nicht direkten Sichtkontakt zur Sprengladung hat.

Den ganzen Tag unterwegs

Nach den Sprengungen ist noch nicht Feierabend für Hallenbarter und sein Team. «In der nächsten Phase werden die Pisten eingerichtet, Signalisationen aufgestellt, und danach können die Gäste kommen.» Den ganzen Tag sei er unterwegs.

Auch die regelmässige Pistenkontrolle fällt in seine Zuständigkeit sowie administrative Tätigkeiten wie Protokolle und Reporte. Die Arbeitstage sind lang: «Heute hat es um vier Uhr mit der ersten Sprengung angefangen, und wenn alles gut geht, bin ich am Abend um sechs Uhr fertig», erklärt er. Die Überzeit werde jedoch im Sommer ausgeglichen.

Schweiz Aktuell, 17.2.2026, 19 Uhr ; 

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