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Sicherheit in der Schweiz Sotomo-Umfrage zeigt: Bevölkerung fühlt sich eher sicher

Ende 2025 hat das Forschungsinstitut Sotomo eine Umfrage zum Sicherheitsgefühl der Schweizer Bevölkerung durchgeführt. Jetzt liegen die Resultate des sogenannten Chancenbarometers vor.

Der russische Angriff auf die Ukraine am 24. Februar 2022 markierte eine Zäsur: Geopolitische Unsicherheiten nehmen zu, langwährende Gewissheiten geraten ins Wanken. Seither gewinnt auch in der Schweiz Sicherheitspolitik wieder an Bedeutung.

Person in Schweizer Militäruniform mit Tarnmuster.
Legende: Eine Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo hat Schweizerinnen und Schweizer Ende 2025 zu ihrem Sicherheitsgefühl befragt. Nun liegen die Ergebnisse vor. Keystone/CYRIL ZINGARO

Doch wie ist es denn um die Verteidigungsfähigkeit der Schweizer Armee bestellt? Und mit wem soll die Schweiz künftig stärker kooperieren? Das wollte Ende 2025 das Forschungsinstitut Sotomo im sogenannten Chancenbarometer von der Schweizer Bevölkerung wissen.

Wie die Umfrageresultate zeigen, findet eine grosse Mehrheit, dass die Schweiz nur bedingt für eine Welt im Umbruch gerüstet ist.

Balkendiagramme zur Verteidigungsfähigkeit der Schweizer Armee bei Angriffen.
Legende: Fehlerbereich: ± 1.4 Prozent Quelle: Chancenbarometer, Sotomo

Konkret sind 73 Prozent der Befragten etwa der Ansicht, dass die Schweizer Armee nicht oder eher nicht verteidigungsfähig ist im Fall eines konventionellen Angriffs.

80 Prozent sind es gar im Fall eines hybriden Angriffs, der klassische Militäreinsätze beispielsweise mit Cyberangriffen oder Desinformation kombiniert.

«Dennoch zeigt die Umfrage auch, dass sich über 90 Prozent der Menschen zumindest eher sicher fühlen im Land», sagt der Geschäftsführer des Forschungsinstituts Sotomo, Michael Hermann. «Das hat damit zu tun, dass die allerwenigsten Angst vor einem militärischen Angriff auf die Schweiz haben.»

Man fühlt sich von Nato geschützt – so lange, bis etwas passiert.
Autor: Michael Hermann Geschäftsleiter Forschungsinstitut Sotomo

Was heisst das nun für die Pläne von Verteidigungsminister Martin Pfister, zur Armeefinanzierung die Mehrwertsteuer befristet zu erhöhen?

Hermann sagt dazu: «Man fühlt sich von Nato geschützt – so lange, bis etwas passiert. Es gibt ohnehin Umfragen, die bei der Mehrwertsteuer auf ein Nein hindeuten.»

Pfister hält geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung für verkraftbar

Box aufklappen Box zuklappen

Ab 2028 braucht die Schweiz laut dem Bundesrat rund 31 Milliarden Franken zur Stärkung der Sicherheit. Die Landesregierung will diese Mehrausgaben durch eine auf zehn Jahre befristete Mehrwertsteuer-Erhöhung um 0.8 Prozentpunkte kompensieren, wie sie Ende Januar bekanntgab.

Aus Sicht von Verteidigungsminister Martin Pfister ist die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der Armee eine Minimallösung für die Sicherheit der Schweiz. Es handle sich um «ein spürbares, aber auch verkraftbares Opfer» aller. «Wir sprechen von 80 Rappen bei einem Einkauf von 100 Franken», sagte Pfister in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Februar.

Bis Ende März soll das Verteidigungsdepartement die Details dazu ausarbeiten. Im kommenden Winter dürfte sich dann das Parlament damit befassen. Das letzte Wort haben werden Volk und Stände, da für eine Mehrwertsteuer-Erhöhung eine Verfassungsänderung nötig ist. Geplant ist die Abstimmung für Sommer 2027. (sda)

Anders sieht es aus bei einer weiteren sicherheitspolitischen Priorität von Bundesrat Pfister: der verstärkten militärischen Zusammenarbeit mit anderen Ländern. Da steht die Schweizer Bevölkerung hinter ihm.

Mann mit Brille beim Interview vor Stadtlandschaft.
Legende: Michael Hermann vom Forschungsinstitut Sotomo sagt, die Umfrage zeige, dass Schweizerinnen und Schweizer punkto Sicherheit mehr mit dem Ausland kooperieren wollen. SRF

Es werde klar ersichtlich, dass die Bevölkerung ein Bedürfnis nach mehr Kooperation hat, insbesondere im Bereich Sicherheit. «Da stehen die Nachbarländer, die EU und die Nato im Vordergrund. Interessanterweise wird die EU nicht nur als Wirtschaftspartner angesehen, sondern auch als Partner für Sicherheit», erläutert Hermann.

Balkendiagramm zur Kooperation der Schweiz mit Nachbarländern, EU, NATO, USA, China, Russland.
Legende: Fehlerbereich: ± 1.4 Prozent Quelle: Chancenbarometer, Sotomo

Fast drei Viertel fordern eine stärkere sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den Nachbarländern. Mehr als die Hälfte fordert dies auch für die EU und die Nato. Zum Vergleich: Bei den USA, bei China oder Russland beispielsweise ist der Wunsch nach Distanz ungleich grösser.

Mehr Kooperation mit dem Ausland, dies ist also die Marschrichtung, wenn es nach der Bevölkerung geht.

Tagesschau, 22.3.2025, 19:30 Uhr ; 

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