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Sozialversicherungen IV steuert auf Defizit von 800 Millionen Franken zu

  • Die Invalidenversicherung (IV) steht finanziell schlecht da.
  • Ohne Gegenmassnahmen könnte das jährliche Defizit bis 2030 auf schätzungsweise rund 800 Millionen Franken steigen.
  • Grund dafür sind die vielen Neurenten, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) schreibt.

Für die Invalidenversicherung sieht es düster aus. Im vergangenen Jahr zahlte sie 209 Millionen Franken mehr aus, als sie eingenommen hat. Für das laufende Jahr rechnet der Bund sogar mit 300 Millionen Franken – Trend steigend.

So soll bis im Jahr 2030 das Umlagedefizit auf rund 600 Millionen Franken steigen. Hinzu kommen jährliche Zinszahlungen von mehr als 200 Millionen Franken auf Schulden von rund 10 Milliarden Franken gegenüber der AHV. Insgesamt ergibt sich damit bis 2030 ein Defizit von rund 800 Millionen Franken.

Geht das laut Bund so weiter, wäre das Vermögen der IV im Jahr 2031 vollständig aufgebraucht. Der Bund schreibt von einer «kritischen finanziellen Lage».

Mehr neue IV-Renten belasten die Sozialversicherungen

Das BSV führt die Entwicklung vor allem auf den Anstieg neuer IV-Renten zurück. Besonders stark habe die Zahl der Rentenzusprachen wegen psychischer Erkrankungen zugenommen. Betroffen sind laut BSV sämtliche Altersgruppen, besonders jedoch die 18- bis 24-Jährigen sowie die 60- bis 64-Jährigen.

2025 sprach die IV 25'200 neue Renten zu. Die Finanzperspektiven des Vorjahres waren noch von rund 23'000 Neurenten ausgegangen. Die Lage müsse rasch stabilisiert werden, sagte Florian Steinbacher, Vizedirektor des Bundesamts für Sozialversicherungen und Leiter IV.

Das Eidgenössische Departement des Innern zieht deshalb die Vernehmlassung zur geplanten IV-Reform auf den Herbst vor. Die Reform soll die Finanzen stabilisieren und den Anstieg neuer Renten bremsen. Vorgesehen sind unter anderem eine neue Integrationsleistung für junge Versicherte sowie ein erleichterter Zugang zu Aus- und Weiterbildungen.

13. AHV-Rente belastet die AHV

Auch die finanzielle Lage der AHV verschlechtert sich. Ausschlaggebend ist die 13. AHV-Rente, die 2026 erstmals ausbezahlt wird. Ihre Kosten von rund 4 Milliarden Franken sind bisher nicht finanziert.

Das Umlagedefizit der AHV dürfte deshalb von rund 1.3 Milliarden Franken im Jahr 2026 auf rund 4.9 Milliarden Franken im Jahr 2035 steigen. Das BSV begründet die leicht schlechteren Aussichten gegenüber dem Vorjahr zusätzlich mit einem schwächeren Beschäftigungswachstum.

Entlastung verspricht die vom Parlament beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0.4 Prozentpunkte. Stimmt das Volk der Vorlage zu und tritt sie 2028 in Kraft, würde sich das AHV-Umlagedefizit bis 2030 von rund 2.7 Milliarden auf rund 1.2 Milliarden Franken verringern.

SRF 4 News, 2.7.2026, 12 Uhr ; 

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