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Sparpotenzial bei Prämien Bürgerliche wollen Umsatzabgabe bei Medikamenten überdenken

Die Pharma soll helfen, steigende Gesundheitskosten zu bremsen. Doch was die Politik eben noch gewünscht hat, wankt nun.

Bundesrat und Parlament stehen vor einer schwierigen Frage: Setzen Sie ein Zeichen für die Pharmabranche oder eines für die Prämienzahlenden? Konkret geht es um eine umstrittene Massnahme, mit welcher sich die steigenden Gesundheitskosten und damit auch die Prämien merklich bremsen liessen. Es geht um eine Abgabe der Pharmafirmen auf die umsatzstärksten Medikamente, die an die Krankenversicherungen fliessen und so allen Versicherten zugute kommen soll – die Fachwelt spricht von Kostenfolge-Modellen. Nun endet die Vernehmlassung dazu.

Pharmaunternehmen lehnen Massnahme ab

Die Krankenkassen unterstützen diese Massnahme. Sie rechnen dadurch mit jährlichen 350 bis 400 Millionen Franken, was einem Prämienprozent entspricht. Das heisst: Dann stiegen die Prämien zum Beispiel um 3 Prozent statt um 4 Prozent – eine merkliche Entlastung für die Prämienzahlenden.

Die Pharmaunternehmen hingegen lehnen diese Massnahme ab: Der Bundesrat verpasse die Chance, den neuen geopolitischen Gegebenheiten Rechnung zu tragen, kritisiert etwa Interpharma, der Verband der forschenden Pharmafirmen in der Schweiz.

Ganz ähnlich äussert sich die Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz (Vips). Die Verbände sehen den Standort Schweiz gefährdet und ebenso die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Medikamenten.

Umsatz bestimmt Abgabe

Die Kostenfolge-Modelle wären in einer Verordnung geregelt. Daraus geht hervor: Es betrifft die 80 bis 100 umsatzstärksten Medikamente in der Schweiz, die von der Krankenkasse übernommen werden. Dafür muss der jährliche Umsatz 15 Millionen Franken übersteigen. Die Tarife sind abgestuft – je höher der Umsatz, desto höher die Abgabe – auf einer Skala von 15 Prozent bis maximal 40 Prozent. Ausnahmen wären vorgesehen – auch, wenn die Versorgungssicherheit gefährdet ist.

Leere Medikamenten-Blisterpackung.
Legende: Die Abgabe würde auf die umsatzstärksten Medikamente erhoben. Keystone / CHRISTIAN BEUTLER

Auf Anfrage von SRF macht der Versicherungsverband Prioswiss zwei Beispiele mit den Zahlen von 2024: Für das Krebsmedikament Keytruda, einen «Kassenschlager» mit einem Nettoumsatz von 167 Millionen Franken, hätte die Herstellerin rund 45 Millionen Franken an die Krankenkassen rückvergüten müssen. Für Ocrevus, das bei Multipler Sklerose eingesetzt wird, mit halb so grossem Nettoumsatz wären es rund 18 Millionen Franken gewesen (Zahlen: Helsana).

Parteien sind sich uneins

Obwohl die Idee dieser Kostenfolge-Modelle von der FDP kam, wollen nun die bürgerlichen Kräfte im Parlament davon abrücken: Die SVP, die FDP und die Mitte-Partei möchten entweder zuwarten, bis die Resultate der Arbeitsgruppe zum Pharma- und Life-Science-Standort vorliegen, oder aber die Rückerstattungen deutlich senken.

An den Rückerstattungen im geplanten Umfang festhalten wollen hingegen die SP und die Grüne Partei – sie verweisen auf den kostendämpfenden Effekt und wollen sich von der Pharma nicht «erpressen» lassen.

Heute Morgen, 26.05.2026, 06:00 Uhr;schn

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