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Uhrenmesse in Genf Uhrenbranche will «Swiss Made» nicht verwässern

Die Uhrenbranche feiert sich in Genf an der Messe «Watches and Wonders». Doch die Branche ist unter Druck.

65 Marken zeigen in Genf, was sie haben. Das schwierige Umfeld, den Iran-Krieg, die US-Zölle und den starken Franken, lächelt man hier weg. Die Uhrenindustrie lässt sich nicht so leicht unterkriegen. «Sie ist innovativ und hat bewiesen, dass sie widerstandsfähig ist. Das hat ihre Geschichte jedenfalls bis heute gezeigt», sagt Matthieu Humair, Geschäftsführer von Watches and Wonders.

Eindrücke von der Uhrenmesse

Zusammen sei man stark, so auch der Tenor von Audemars Piguet, der Marke aus dem Jura. Die Marke wächst in diesen schwierigen Zeiten und nach einer mehrjährigen Pause ist sie wieder auf der Messe präsent. «Wir müssen in diesem unglaublichen Ökosystem weiterhin den Austausch pflegen und uns gegenseitig unterstützen», sagt Ilaria Resta, Geschäftsführerin von Audemars Piguet. Gerade auch angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit müsse man zusammenhalten.

Hohe Anforderungen für Label «Swiss Made»

«Swiss Made» ist an der Uhrenmesse unbestritten. Das Label muss aber verdient werden. In der Uhrenbranche müssen mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, damit «Made in Switzerland» gilt.

Turnschuhe kann man nicht mit Schweizer Uhren vergleichen.
Autor: Rolf Studer Geschäftsführer von Oris

Für andere Branchen gibt es neu Ausnahmen. So darf das Schweizerkreuz auf On-Turnschuhen prangen, obwohl die Schuhe zwar in Vietnam produziert, aber in der Schweiz entwickelt werden.

«Turnschuhe kann man aber nicht mit Schweizer Uhren vergleichen», sagt Rolf Studer, Geschäftsführer von Oris. Dass für die Branche starke Regeln gelten, sei ein wichtiges Merkmal und Verkaufsargument.

Mann untersucht Uhrwerk mit Lupe auf Arbeitstisch.
Legende: In der Uhrenbranche müssen mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, damit «Made in Switzerland» gilt. SRF

Schweizer Uhren seien mehr als ein Produkt, sie seien Teil der Schweizer Kultur. Das verpflichte, sagt Georges Kern, Geschäftsführer von Breitling. «Es wäre schlimm für uns, wenn man auch das Swiss Label der Schweizer Uhrenindustrie verwässern und die Kriterien herabsetzen würde.»

Es ist genauso wie bei kubanischen Zigarren: Die müssen aus Kuba kommen. Die kommen nicht aus Zürich.
Autor: Georges Kern Geschäftsführer von Breitling

Dann könnte man beispielsweise auch in den USA produzieren, um Zölle zu umgehen. Aber: Das «Swiss Made» sei ein Label, was für den Kunden essenziell ist, so Kern. «Es ist genauso wie bei kubanischen Zigarren: Die müssen aus Kuba kommen. Die kommen nicht aus Zürich.»

Menschenmenge vor Audemars Piguet Stand auf Messe.
Legende: Ab dem kommenden Wochenende ist die Uhrenmesse «Watches and Wonders» auch für die Öffentlichkeit zugänglich. SRF

Die Swissness ist in Genf zunächst einem Fachpublikum vorenthalten. Private haben erst am Wochenende Zugang zu Uhren «Made in Switzerland».

Tagesschau, 14.4.2026, 19.30 Uhr ; 

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