Viele Menschen auf der ganzen Welt feierten in der vergangenen Silvesternacht den Start ins neue Jahr 2026. Doch für manche wurden dieses Fest zur absoluten Tragödie. Im Walliser Ferienort Crans-Montana starben bei einem Brand in einer Bar Dutzende Personen, rund 100 wurden mehrheitlich schwer verletzt.
Im Einsatz standen mehrere Helikopter, 40 Ambulanzen – und aktuell sogar Flugzeuge der Rega. Einsatzleiter Philipp Simmen erzählt, wie er den Neujahrsmorgen erlebt hat.
SRF News: Können Sie schildern, was die Rega seit dem frühen Morgen macht?
Philipp Simmen: Wir sind heute Morgen um 1:30 Uhr durch die Walliser Behörden alarmiert worden, dass ein Grossereignis im Gange ist. Wir haben dann sofort acht Helikopter nach Crans-Montana losschicken können. Wir sind im engen Austausch mit den Walliser Behörden. Wir haben die Helikopter aus der ganzen Schweiz geschickt – aus dem Waadtland, dem Tessin oder aus dem Kanton St. Gallen, weil es aufgrund der hohen Anzahl schwerverletzter Personen nötig ist, entsprechend viele Mittel möglichst rasch vor Ort zu bringen.
Waren die Rega-Mitarbeitenden auf Pikett? Oder musste man sie aufbieten?
Das ist für die Rega Standard. Die Rega hat ein Dispositiv von 14 Einsatzbasen, das 365 Tage während 24 Stunden einsatzbereit ist und in wenigen Minuten einen Notarzt und einen Rettungssanitäter zusammen mit einem Piloten mit dem Rettungshelikopter rasch vor Ort gebracht werden kann.
Wir haben die Opfer in viele verschiedene Spitäler verteilt.
Konnten Sie die Patientinnen und Patienten in Spitäler über die ganze Schweiz hinweg verteilen?
Wir haben die Opfer in viele verschiedene Spitäler verteilt, einen Teil nach Sion, aber auch in Kliniken, die spezialisiert sind für Verbrennungsopfer. Dementsprechend haben wir eine grosse Anzahl Patienten zum Beispiel nach Zürich gebracht, aber auch ins Universitätsspital Lausanne oder nach Genf.
Wie koordinieren Sie mit den Rettungskräften am Boden?
Wir sind im engen Austausch mit den kantonalen Walliser Rettungsorganisationen. Ich war mit dem Leiter am frühen Morgen mehrfach in Kontakt. Wir haben unsere Mittel vorgeschlagen, auch Ambulanzflugzeuge, die wir nebst den Rettungshelikoptern sofort haben losschicken können. Da findet ein sehr enger und guter Austausch statt.
Mit jeder Meldung, die hereinkam, stellten wir fest, welche Tragweite dieses Ereignis annimmt.
Wofür wurden die Transportflugzeuge gebraucht?
In Phase eins ging es darum, mit Rettungshelikopter, Notarzt und Rettungssanitäter erste Hilfe zu leisten und die Patientinnen möglichst rasch in ein geeignetes Spital zu überführen. In Phase zwei ging es dann darum, mit den Ambulanzjets diejenigen Patienten, die eine noch speziellere Behandlung aufgrund ihrer Verletzungsmuster brauchten, in andere Spitäler zu verlegen. So sind wir aktuell daran, sieben Patientinnen und Patienten von Sion in die Ostschweiz zu überführen.
Wie viele Patientinnen und Patienten hat die Rega an diesem Morgen transportiert?
Über 20. Aktuell fliegen wir mit dem Jet weitere sieben. Wir gehen davon aus, dass es die Zahl noch steigen wird.
Spüren Sie in der ganzen Hektik von der Trauer, der Betroffenheit etwas? Oder funktionieren Sie einfach?
In der ersten Phase funktionieren wir. Es geht darum, dass wir die Patienten möglichst rasch und gut versorgen können. Mit jeder Meldung, die hereinkam, stellten wir fest, welche Tragweite dieses Ereignis annimmt. Dementsprechend macht einem das betroffen.
Wie gehen Sie persönlich mit dem Passierten um?
Ich bin selber sehr betroffen, insbesondere darum, weil es sich auch um viele junge Opfer handelt, die eigentlich mit grosser Freude an das neue Jahr starten, was leider in dieser Katastrophe geendet hat.
Das Gespräch führte Karoline Arn.
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Bild 1 von 16. Bestattungsfahrzeuge vor dem Unglücksort: Die Walliser Behörden gehen von mehreren Dutzend Todesopfern aus. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 2 von 16. Die Katastrophe in Crans-Montana hat nicht nur die Schweiz getroffen, sondern auch weltweit Anteilnahme ausgelöst. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
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Bild 3 von 16. Eine Vielzahl von Kriminaltechnikerinnen und -technikern ist vor Ort, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
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Bild 4 von 16. Die genaue Zahl der Opfer ist am Nachmittag noch nicht bekannt. Bildquelle: BRK.
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Bild 5 von 16. Die Menschen in Crans-Montana stehen nach der Katastrophennacht unter Schock. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 6 von 16. Erste Trauerbekundungen im Walliser Ski-Ort. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 7 von 16. Blumen am Ort des Unglücks. Bildquelle: Keystone via AP/Jean-Christophe Bott.
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Bild 8 von 16. Die Neujahrsfeier in der Bar «Le Constellation» endet für viele Menschen tödlich. Die Einsatzkräfte wurden um 01:30 Uhr alarmiert. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 9 von 16. Chaotisch zurückgelassene Stühle, angelaufene Scheiben, ein Turnschuh: Blick in das Innere der ausgebrannten Bar «Le Constellation». Das Bild wurde von der Kantonspolizei Wallis veröffentlicht. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 10 von 16. Der Ort der Katastrophe ist abgeschirmt. Bildquelle: Keystone/AP/Jean-Christophe Bott.
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Bild 11 von 16. Der Schock am Tag danach sitzt tief. Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 12 von 16. Die Behörden teilen am Donnerstagvormittag mit: Dutzende Personen sind beim Brand in der Bar gestorben, rund 100 weitere verletzt – zu einem grossen Teil schwer. Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 13 von 16. Am Nachmittag machte sich Bundespräsident Guy Parmelin vor Ort ein Bild von der Lage. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 14 von 16. Die Bar «Le Constellation» steht in Flammen. Bildquelle: Screenshot/Social Media/X@Tyroneking36852.
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Bild 15 von 16. Im Rettungseinsatz standen zehn Helikopter, 40 Ambulanzen und 150 Sanitäterinnen und Sanitäter. Bildquelle: X/Osint World.
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Bild 16 von 16. Das Feuer in der Bar «Le Constellation» war in der Silvesternacht um 01:30 Uhr ausgebrochen. Bildquelle: RTS.