- Burgdorf im Kanton Bern ist laut dem neuen «Prix Velo Städte» von Pro Velo Schweiz die velofreundlichste Stadt der Schweiz.
- Dahinter folgen Cham, Köniz, Münsingen und Winterthur.
- Nur 18 der 56 bewerteten Städte erreichen eine genügende Note. Pro Velo spricht deshalb von einem «alarmierenden» Resultat.
Die Organisation Pro Velo Schweiz hat die velofreundlichste Stadt der Schweiz gekürt. Sieger des «Prix Velo Städte» ist Burgdorf im Kanton Bern, knapp vor Winterthur, Köniz, Cham und Winterthur.
Insgesamt haben 38’500 Velofahrende in der Schweiz zwischen September und November 2025 an einer Onlineumfrage teilgenommen. Teilnehmende mussten verschiedene Aussagen in den Bereichen Verkehrsklima, Sicherheit, Komfort, Wegnetz, Abstellplätze und Stellenwert bewerten.
56 Städte wurden in den Ergebnissen aufgelistet, davon befinden sich 36 Städte und Gemeinden der Deutschschweiz, 17 der Romandie und erstmals drei der italienischen Schweiz. Die Noten reichen von 1 bis 6, eine 4 gilt als genügend.
Burgdorf auf Platz 1
Burgdorf führt die Rangliste mit 4.4 Punkten an, Cham, Köniz, Münsingen und Winterthur liegen mit je 4.3 Punkte auf dem zweiten Platz. Winterthur verteidigt bei den Grossstädten mit mehr als Hunderttausend Einwohnerinnen und Einwohnern den ersten Platz, vor Bern mit 4.2 und Basel mit 4.0 Punkten.
Zürich verbessert sich stark. Vor vier Jahren trug die Stadt noch die rote Laterne – also den letzten Platz –, dieses Jahr steigerte sie sich um 0.4 Punkte auf 3.7. Die Grossstadt, die am schlechtesten abschneidet, ist Genf.
Am Ende der Gesamtrangliste landet erstmals Lugano mit 3.1 Punkten. Auch Sierre, Montreux und Schaffhausen belegen die hinteren Plätze.
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Bild 1 von 6. Zürich verbesserte sich gegenüber der letzten Umfrage um 0.4 Prozentpunkte und wurde von Pro Velo als Aufsteigerin ausgezeichnet. Dennoch liegt sie mit 3.7 im ungenügenden Bereich. Bildquelle: Keystone/Gaetan Bally.
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Bild 2 von 6. Die am schlechtesten bewerteten Deutschschweizer Gemeinden sind Schaffhausen (im Bild, 3.5), Wettingen (3.6) und Rapperswil-Jona (3.6). . Bildquelle: Getty Images/Gerhard Rasi.
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Bild 3 von 6. Die bestplatzierten Gemeinden aus der Romandie sind Fribourg (im Bild), Meyrin und Vernier (Note 4.0, Rang 12). Bildquelle: Getty Images/Didier Marti.
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Bild 4 von 6. Am schlechtesten bewertet werden Sierre (3.4), Montreux (3.5), Martigny (3.6) und Genève (im Bild, 3.6). . Bildquelle: Getty Images/Jose A. Bernat Bacete.
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Bild 5 von 6. Von den drei klassierten Tessiner Städten befinden sich Bellinzona (im Bild) und Locarno im Mittelfeld der Tabelle (beide Note 3.9). Bildquelle: Getty Images/Craig Pershouse.
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Bild 6 von 6. Lugano ist das Schlusslicht (Note 3.1). . Bildquelle: Getty Images/Massimo Piccoli.
Die Gesamtrangliste betrachtend fällt das Resultat durchzogen aus: Der nationale Durchschnitt steigt leicht von 3.8 auf 3.9 Punkte und bleibt somit unter der genügenden Note 4. Diese erreichen mit 18 der 56 weniger als ein Drittel der bewerteten Städte.
Pro Velo spricht von einer «alarmierenden Feststellung». Die Präsidentin von Pro Velo Schweiz, Delphine Klopfenstein Broggini, schreibt in einer Medienmitteilung: «Das ist ein hartes Urteil der Velofahrenden über die unzureichende Veloinfrastruktur.»
Sicherheit bleibt das grösste Problem
Wie bereits in der letzten Umfrage fallen die Bewertungen für Sicherheit und Komfort am tiefsten aus. Besonders kritisch beurteilen die Teilnehmenden den Überholabstand zwischen Velos und E-Bikes, die Rücksichtnahme von E-Bike-Fahrenden sowie gefährliche Orte und Kreuzungen.
Mehr als 13 Prozent der Befragten gaben an, in den letzten zwölf Monaten einmal verunfallt zu sein, während 1.8 Prozent in mehrere Unfälle verwickelt waren. Besser läuft es bei den Abstellplätzen und dem Wegnetz, die beide schweizweit als genügend bewertet werden.
Die Umfrage wird alle vier Jahre erhoben und hat seit der letzten Durchführung deutlich an Umfang gewonnen. Bei der letzten Umfrage im Jahr 2021 beteiligten sich knapp halb so viele Personen.