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Verkehrs-Ärger Rasenmäher mit ÖV abholen? Bauhaus-Markt muss Fahrten reduzieren

Zu viele Autos beim Bauhaus in Köniz BE: Nach einem Gerichtsurteil müssen Gemeinde und Fachmarkt nun handeln.

Pflanzentöpfe, Gartenmöbel oder Farbkübel einkaufen – in der Vergangenheit fuhren täglich bis zu 4000 Personen zum Fachmarkt Bauhaus in Niederwangen BE. Fast doppelt so viele wie erlaubt. 2000 Fahrten sind pro Tag sind zugelassen – dieses Kontingent hat der Kanton Bern so festgelegt.

Parkhaus-Einfahrt mit Preisschild bei Bauhaus.
Legende: Die Zahl der Autofahrten zum Bauhaus wurden zwar reduziert, aber es sind immer noch zu viele. SRF/Christine Widmer

Die Gemeinde Köniz bei Bern, zu der Niederwangen gehört, hat die Verletzung des Fahrtenkontingents in diesem Gebiet jahrelang toleriert. Gewehrt hat sich hingegen der Verkehrsclub Schweiz VCS – und dies mit Erfolg: Im vergangenen November hat die kantonale Bau- und Verkehrsdirektion entschieden, dass die Fahrten auf die festgelegte Zahl von 2000 reduziert werden müssen. Das Berner Verwaltungsgericht stützt diesen Entscheid.

Es ist zumutbar, dass wir weitere Massnahmen prüfen.

Für die Gemeinde bedeutet das: Sie muss nun weitere Massnahmen prüfen, wie die Fahrten reduziert werden können. Dafür müssten zwar Arbeitsstunden investiert werden, aber dies sei zumutbar, deshalb mache die Gemeinde diesen Schritt, sagt Gemeindepräsidentin Tanja Bauer.

Publibike-Parkplatz mit abgestellten Velos beim Bauhaus.
Legende: Die PubliBike-Station beim Bauhaus ist neu und soll die Leute animieren, mit dem Velo zu kommen. SRF/Christine Widmer

Man habe etliche Massnahmen bereits umgesetzt, sagt der zuständige Gemeinderat Dominic Amacher: Parkgebühren eingeführt, eine Publibike-Station und eine neue Bushaltestelle in der Nähe des Fachmarkts eingerichtet und eine kostenlose Postzustellung von Onlinebestellungen eingeführt. Dadurch hätten die Fahrten von täglich fast 4000 im Jahr 2019 auf 2600 im letzten Jahr reduziert werden können.

Mehr Massnahmen, wenig Spielraum

Die bereits ergriffenen Massnahmen würden also wirken, so Amacher. Trotzdem werde man noch weitere Punkte prüfen. Wo und wie die Gemeinde die Situation verbessern will, bleibt offen. Viel Spielraum gibt es laut Gemeindepräsidentin Tanja Bauer nicht. Man habe im Vorfeld bereits eingehend geprüft, was machbar sei und was nicht.

Parkautomat mit Bauhaus-Preisliste und Hinweisschild.
Legende: Der Minimaltarif fürs Parkieren gilt ab der ersten Minute und beträgt 1.50 Franken. SRF/Christine Widmer

Anderer Meinung ist der Verkehrsclub Sektion Bern. Eine naheliegende Lösung wäre, im Internet einzukaufen, sagt der Co-Präsident Claude Grosjean. «Wer online bestellt, erhält die Ware gratis nach Hause geliefert.» So müssten die Leute nicht mehr selbst ins Bauhaus gehen, die Fahrten könnten deutlich reduziert werden.

Standort mit – noch mehr – Potential

Das Bauhaus liegt im kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Juch-Hallmatt. In diesem Gebiet baut der Kanton Bern ein neues, grosses Polizeizentrum. Der Standort habe grosses Potenzial, sagt Gemeindepräsidentin Tanja Bauer. Er sei sehr gut gelegen, direkt an der Autobahn, gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen. «Ein guter Ort, um weitere Unternehmen anzusiedeln», so Bauer.

Das Richtplanverfahren lohnt sich nicht fürs Bauhaus.

Damit dies klappen kann, müssen im Entwicklungsschwerpunkt aber mehr Fahrten zugelassen werden. Die Gemeinde Köniz hat beim Kanton einen entsprechenden Antrag gestellt, das Fahrtenkontingent von 8000 Fahrten täglich auf 12'000 zu erhöhen.

Bräuchte es somit also gar nicht weniger Fahrten zum Bauhaus? Das Richtplanverfahren sei ein grosses Verfahren, dies mache man nicht, um die Reduktion der Bauhaus-Fahrten umgehen zu können, sagt Tanja Bauer. Man wolle damit in erster Linie erreichen, dass die noch nicht überbauten Baufelder entwickelt werden könnten, so Bauer.

Wann der Kanton über das Fahrtenkontingent zum Entwicklungsschwerpunkt Juch-Hallmatt entscheidet, ist noch nicht klar.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 06.03.2026, 17:30 Uhr ; 

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