Die UV-Strahlung ist in den letzten Jahrzehnten aggressiver geworden. Entsprechend nimmt auch die Zahl der Hautkrebserkrankungen zu. Denn UV-Strahlung gilt als Hauptursache für Hautkrebs.
Wer als Gärtner, Dachdecker oder Gleisbauer arbeitet, ist besonders gefährdet, da diese Berufsgruppen der Sonne stark ausgesetzt sind.
Was viele nicht wissen: Wer über Jahre im Freien gearbeitet hat, kann Hautkrebs unter Umständen als Berufskrankheit anerkennen lassen.
Warum eine Berufskrankheit vorteilhafter ist
Das hat handfeste Vorteile: Bei Berufskrankheiten zahlt die Unfallversicherung die Behandlung. Entsprechend entfallen Franchise und Selbstbehalt. Zudem richtet die Unfallversicherung ein Taggeld aus, wenn die erkrankte Person während der Behandlungen nicht arbeiten kann.
Wer wegen der Krebserkrankung langfristig nicht mehr so viel oder gar nicht arbeiten kann, bekommt von der Unfallversicherung eine zusätzliche Invalidenrente. Die Unfallversicherung zahlt auch Integritätsentschädigungen oder Hilflosenentschädigungen.
Unbedingt melden
Es ist deshalb wichtig, eine Erkrankung der Unfallversicherung zu melden. «Viele Betroffene wissen nach wie vor nicht, dass Hautkrebs durch langjährige UV-Belastung bei der Arbeit als Berufskrankheit anerkannt werden kann», sagt Roland Krischek, Fachexperte UV-Schutz bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (Suva). «Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.»
Wer seinen Hautkrebs meldet, schafft die Voraussetzung für eine Prüfung durch die Versicherung: Entscheidend sind die Art des Krebses und die UV-Exposition am Arbeitsplatz.
Anstieg mit Fragezeichen
Obwohl vielen Betroffenen diese Möglichkeit nicht bekannt ist, haben die anerkannten Fälle von beruflich bedingtem Hautkrebs in den vergangenen Jahren laut Suva deutlich zugenommen. «Immer mehr Menschen melden Hautveränderungen ihrer Unfallversicherung», sagt Krischek.
Haben sich die Vorteile einer Einstufung als Berufskrankheit also doch herumgesprochen, sodass es zu einer Verschiebung der Fälle von der Kranken- zur Unfallversicherung kommt?
Weder die Suva noch das Bundesamt für Gesundheit können das klar beantworten, da ihnen keine entsprechenden Daten vorliegen. «Wir führen es in erster Linie auf die gestiegene Sensibilisierung zurück», sagt Krischek. Gleichzeitig sei jedoch bekannt, dass heller Hautkrebs in der Bevölkerung insgesamt zunehme. «Welchen Anteil die beiden Faktoren jeweils haben, lässt sich mit unseren Daten nicht beziffern.»