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Verzicht auf Aktivitäten Kinder aus armen Familien in der Schweiz stark benachteiligt

  • Fast fünf Prozent der Kinder unter 16 Jahren wurden 2024 in drei oder mehr wichtigen Lebensbereichen finanziell benachteiligt.
  • Sie mussten etwa auf Ferien, eine Freizeitbeschäftigung oder ein Geburtstagsfest verzichten, wie eine aktuelle Erhebung des Bundes zeigt.
  • Besonders häufig von sogenannter «Deprivation» betroffen waren Kinder aus einkommensschwachen Haushalten und von Alleinerziehenden.

So waren 14 Prozent der Kinder aus Haushalten mit tiefen Einkommen oder Ein-Eltern-Haushalten deutlich häufiger benachteiligt als der Durchschnitt. Das zeigt die publizierte Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Neben Ferien, Freizeitbeschäftigung oder Festen zum Geburts- oder Namenstag gehören passende Kleider und Schuhe, der Besitz von altersgerechten Büchern und Schulsachen sowie die Möglichkeit, Freunde einladen zu können, ebenfalls zu den Bereichen, die für Kinder wichtig sind.

Im europäischen Vergleich lag die Quote der kinderspezifischen Benachteiligung 2024 in der Schweiz bei 4.9 Prozent. Damit waren Kinder in den Nachbarländern Österreich (9.0 Prozent), Deutschland (11.3 Prozent), Italien (11.7 Prozent) und Frankreich (13.5 Prozent) weit häufiger von Armut betroffen.

Verglichen mit der letzten Erhebung von 2021 hätten sich die Zahlen von 2024 nicht signifikant verändert, sagte eine BFS-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die nächsten Zahlen werden 2027 erhoben.

Caritas: keine Entspannung für Armutsbetroffene

Für Aline Masé, politische Leiterin bei Caritas Schweiz, ist keine Trendwende in Sicht. «Die aktuellen Entwicklungen geben keine Hinweise darauf, dass sich die Lage für ärmere Haushalte entspannt. Im Gegenteil: Die steigenden Lebenshaltungskosten belasten ärmere Haushalte überproportional, weil diese praktisch ihr gesamtes Bruttoeinkommen für Fixkosten und Grundbedürfnisse ausgeben müssen.»

Kind auf Tribüne mit Plüschbär.
Legende: Gemäss europäischer Definition gelten Kinder als depriviert, wenn sie in mindestens 3 von 17 wichtigen Lebensbereichen aus finanziellen Gründen benachteiligt sind. Getty Images

Höhere Krankenkassenprämien, sehr hohe Mieten, und die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuern werden Haushalte mit tiefen Einkommen besonders zu spüren bekommen, ist Masé überzeugt. In einer Medienmitteilung zeigte sich die Caritas besorgt über die neusten Armutszahlen des Bundes.

Die BFS-Erhebung zum Nachlesen:

SRF 4 News, 16.2.2026, 12:30 Uhr ; 

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