Für Postauto Schweiz fahren Leander Jaggis Chauffeure die Kurse durch das Lötschental (VS) nach Goppenstein und talabwärts nach Gampel. Zurzeit fährt keiner der zwölf Chauffeure des Transportunternehmers aus Kippel. Die Strasse im Lötschental ist wegen der Lawinengefahr gesperrt. Jene zwischen Goppenstein und Gampel ist ebenfalls zu. Die Situation ist derzeit prekär.
SRF News: Lawinen fahren zu Tal. Es fällt viel Schnee, Strassen in Ihrer Region sind gesperrt. Ist die aktuelle Situation für Sie als Transportunternehmer aussergewöhnlich?
Leander Jaggi: Wir sind vorbereitet auf Verhältnisse wie jetzt, wenn der grosse Schnee kommt. Wir sind damit aufgewachsen. Das ist für uns eine jährliche Wiederholung. Wir schicken die Chauffeure auch nicht in extremis auf die Strasse. Heute ist das Tal vielleicht einige wenige Tage zu. Früher waren das drei, vier Wochen, da die Schneeräumung von Hand oder mit kleinen Maschinen erfolgte. Die aktuelle Situation ist für uns nicht aussergewöhnlich.
Bereiten Sie Ihre Chauffeure speziell auf prekäre Schneeverhältnisse und Lawinensituationen vor?
Eigentlich nicht. Es gibt Chauffeure, die mit etwas mehr Respekt unterwegs sind. Es hat auch noch nie einer erklärt, er wage sich heute nicht auf die Strasse. Alle wissen, wie sie sich zu verhalten haben.
Wir sind ein eingespieltes Team.
Sie sprechen sich mit Kollegen ab, tauschen sich aus und geben Wissen und Erfahrungen über Naturgefahren weiter. Zudem werden wir von den Sicherheitsfachleuten in der Region über die Verhältnisse sehr gut informiert. Da sind wir ein eingespieltes Team.
2019 geriet auf der Schwägalp ein Postauto in eine Lawine. Ist in Ihrem Transportunternehmen auch schon einmal so etwas passiert?
Es ist uns noch nie passiert, dass ein Postauto in einer Lawine stecken geblieben ist. Aber: Wie Lawinen kommen, das haben wir erlebt. Und wir sind schon lange im Lötschental unterwegs. Ich habe das Unternehmen seit 1993, und schon mein Grossvater transportierte die Post ins Tal. Nicht mit dem Auto, er musste die Post noch mit dem Maultier führen.
Das Gespräch führte Matthias Baumer.