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Während Iran-Krieg US-Armee lässt Munition in der Schweiz entsorgen

Die Ruag entsorgt Munition für die USA. Neutralitätsprobleme sieht das VBS dabei nicht. Weitere Aufträge sollen folgen.

Es dürften mehrere Hunderttausend Patronen sein, die Mitarbeitende des Bundeskonzerns Ruag in Altdorf zurzeit für die US-Armee entsorgen. Insgesamt geht es um vier Tonnen Kleinkalibermunition und anderes pyrotechnisches Material von in Deutschland stationierten US-Truppen. Die Arbeiten seien kurz vor dem Abschluss, schreibt die Ruag auf Anfrage. Armeen entsorgen zum Beispiel Munition, die ihre maximale Nutzungsdauer, ihr «Haltbarkeitsdatum» also, überschritten hat.

Üblicherweise vernichtet die US-Armee solche Munition in Italien. Laut dem Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) möchten die USA aber die Schweiz als zusätzliche Alternative nutzen.

Eine grosse Menge Patronenhülsen in einem schwarzen Behälter.
Legende: Die Entsorgung von Munition fremder Armeen ist für den Bundeskonzern Ruag eine Premiere. Keystone / CHRISTIAN CHARISIUS

Munition entsorgen für eine fremde Armee – das ist für den bundeseigenen Rüstungskonzern eine Premiere. Armasuisse hat diese Geschäftsmöglichkeit an die Ruag vermittelt. Dabei war den Verantwortlichen offenbar von Anfang an bewusst, dass der Auftrag sensibel ist. Im Juni letzten Jahres haben sie deshalb Verteidigungsminister Martin Pfister informiert.

Bundesrat Pfister gab grünes Licht

Rüstungschef Urs Loher versicherte Bundesrat Pfister, dass es keine politischen Risiken gebe. Das geht aus einem auf der VBS-Website veröffentlichten Sitzungsprotokoll hervor. Laut dem Protokoll hat sich Pfister erkundigt, ob die Munition nicht noch eingesetzt werden könnte. Der Rüstungschef verneinte dies.

Wie lässt sich Munition entsorgen?

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Die Ruag entsorgt auf dem Gelände der ehemaligen Schweizer Munitionsfabrik in Altdorf seit über 30 Jahren Munition.

Der Bundeskonzern entsorgt Artillerie-, Panzer-, Flugzeug- und Kleinkalibermunition. Je nach Produkt wird die Munition von Hand oder automatisch zerlegt. Der Sprengstoff wird in manchen Fällen vernichtet, in anderen Fällen aufbereitet, gereinigt und wiederverwendet.

Offen ist, ob Bundesrat Pfister den Auftrag auch heute noch durchwinken würde – jetzt, da die USA Ende Februar den Iran angegriffen und neutralitätsrechtlich zu einer Kriegspartei geworden sind.

Die Ruag betont auf Anfrage, die Munition sei bereits im Jahr 2025 in die Schweiz geliefert worden, also vor Kriegsausbruch. Auf die Frage, ob die Ruag die Situation nach Kriegsbeginn neu beurteilt habe, antwortet der Rüstungskonzern: «Alle entsprechenden Prüfungen wurden durchgeführt.»

Ruag will mit anderen Armeen ins Geschäft kommen

Normalerweise entsorgt die Ruag in Altdorf ausschliesslich Munition der Schweizer Armee und – zu einem kleineren Teil – auch von zivilen Stellen wie der Polizei. Doch der Entsorgungsbetrieb ist schlecht ausgelastet: Die Schweizer Armee ist in den letzten Jahrzehnten geschrumpft, setzt vermehrt Simulatoren ein und lagert weniger Munition.

Die Ruag möchte deshalb weitere ausländische Aufträge an Land ziehen. Solche Fremdaufträge sollen dazu beitragen, dass das Know-how für die umweltgerechte Munitionsentsorgung in der Schweiz erhalten bleibt. Den Auftrag der US-Armee sieht die Ruag als Pilotprojekt. Mögliche Folgeaufträge würden zurzeit evaluiert, schreibt der Bundeskonzern.

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SRF 4 News, 29.05.2026, 9 Uhr;liea

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