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WEF in Davos Ein Rundgang durchs «verwandelte» Davos

Während des Weltwirtschaftsforums erhält Davos ein ganz anderes Gesicht: vom roten Katar-Haus bis zur US-Kirche.

Davos wird während des WEF jedes Jahr wieder von Neuem umgestaltet: Futuristische Bauten prägen nun das Dorfbild, und riesige Werbebildschirme illuminieren die Strassen. Entlang der Promenade, der Flaniermeile von Davos, installieren sich jeweils internationale Grosskonzerne und einzelne Länder. Zu diesem Zweck mieten sie sich in Geschäftslokale ein oder erstellen gleich temporäre Gebäude. Diese Veranstaltungen rund ums WEF nehmen von Jahr zu Jahr ein grösseres Ausmass an und stossen deshalb auch auf Kritik.

Ein rotes, halbtransparentes Gebäude mit der Aufschrift von Katar.
Legende: Auffällig ist das rote, halbtransparente Gebäude von Katar. Das Land ist wie andere Staaten aus der Golfregion – beispielsweise die Emirate oder Saudi-Arabien – stets sehr prominent am WEF vertreten. SRF / Matthias Heim

Insgesamt werden während des WEF in Davos über 160 Gebäude komplett umgenutzt oder gleich von Grund auf neu erstellt. In der Tendenz werden es von Jahr zu Jahr mehr. Diese Entwicklung führt jeweils im Vorfeld des Anlasses zu viel Betrieb und einem Verkehrschaos im Dorf. Deshalb hat die Gemeinde vor zwei Jahren die Bauzeiten eingeschränkt auf die zwei Wochen vor dem WEF.

Vereinfacht gesagt gibt es zwei Typen von Pavillons: solche, die eher einen Ausstellungscharakter haben und zumindest temporär für die Öffentlichkeit zugänglich sind. In denen finden beispielsweise auch Diskussionsrunden statt. Die Mehrheit der Bauten ist allerdings privat und dient vor allem als abgeschotteter Ort für bilaterale Treffen.

Durch die Umgestaltung von Davos entsteht so etwas wie ein zweites WEF rund um das offizielle Programm, das im Davoser Kongresszentrum stattfindet. Diese Entwicklung ist allerdings vielen auch ein Dorn im Auge. Kritikerinnen und Kritiker – sowohl Einheimische als auch WEF-Teilnehmende – sprechen deshalb auch von einem «Zirkus» oder einem «Jahrmarkt», der alljährlich in Davos stattfinde.

Das WEF selbst bezeichnet die Aktivitäten und Bauten rund um das offizielle WEF seit Jahren als «Trittbrettfahrer». Allerdings hätte es das Forum selbst in der Hand, diese Entwicklung zu bremsen: Das neue Davoser Baureglement schreibt nämlich vor, dass alle Firmen oder Länder, die solche Bauten planen, eine offizielle Bestätigung des WEF benötigen, damit das entsprechende Baugesuch überhaupt geprüft wird. Bislang ist das WEF offensichtlich nicht gewillt, weniger Bestätigungen auszustellen.

Farbige Schilder entlang einer Strasse.
Legende: Über 150 Staaten, Regionen und Firmen haben sich entlang der Promenade, der Hauptstrasse durch Davos, niedergelassen. SRF / Matthias Heim

Die Gemeinde Davos betont, dass alle Bauten mit physischen Kontrollrundgängen überprüft würden. Gemäss der Gemeinde büsst sie jedes Jahr zwischen 15 und 30 Betreiber und teilt auch Bussen von bis zu 40'000 Franken aus. Bei schwerwiegenden Verstössen kann die Gemeinde auch ein sofortiges Nutzungsverbot aussprechen, was allerdings noch nie vorgekommen sei.

Weisses Gebäude mit rotem Pinterest-Logo.
Legende: Die Plattform Pinterest nutzt eine unscheinbare Garageneinfahrt: Wie viele andere Stände verteilt sie warme Getränke und kleine Snacks. SRF / Matthias Heim

10vor10, 19.1.2026, 21:50 Uhr;brus

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