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Wohnen in der Schweiz Grosse Mehrheit ist zufrieden mit der eigenen Wohnsituation

Eine neue Befragung zeigt, die grosse Mehrheit in der Schweiz ist zufrieden mit ihrer Wohnsituation. Und das, obwohl die Wohnungsknappheit in vielen Teilen des Landes gross ist.

So gross ist die Zufriedenheit: Die öffentliche Debatte über das Wohnen in der Schweiz ist überwiegend negativ geprägt: Wohnungsknappheit hier, steigende Mietpreise dort. Betrachtet man jedoch die persönliche Wahrnehmung der Bevölkerung, ergibt sich ein differenzierteres Bild. Drei von vier Menschen in der Schweiz sind mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden – so das Ergebnis einer neuen, repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI). Am geringsten fällt die Zufriedenheit in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen aus, gefolgt von den 40- bis 49-Jährigen. Jene Bevölkerungsgruppen also, die in der Regel häufiger auf Wohnungssuche sind und die daher von der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt eher betroffen sind.

Darauf kommt es an: Für die persönliche Wohnzufriedenheit sind einige Faktoren wichtiger als andere. Als besonders entscheidend werden die Platzverhältnisse wahrgenommen: Wer über ausreichend Wohnraum verfügt, ist tendenziell zufriedener. Auch die Nachbarschaft hat einen grossen Einfluss auf das Wohlbefinden – sympathische Nachbarinnen und Nachbarn werden als klarer Pluspunkt empfunden, problematische hingegen als Minuspunkt. Ebenso relevant ist die empfundene Stabilität der Wohnsituation – also die Aussicht, langfristig am gleichen Ort bleiben zu können. Faktoren wie die Anbindung an den öffentlichen Verkehr oder die Steuerattraktivität der Wohngemeinde spielen dagegen für die subjektive Wohnzufriedenheit eine eher untergeordnete Rolle.

Das darf sich ändern: Um der Wohnungsknappheit entgegenzuwirken, hält rund 80 Prozent der Befragten verdichtetes Bauen für sinnvoll. Allerdings nicht flächendeckend: Die Verdichtung soll vor allem in bereits bebauten Gebieten stattfinden – in Städten und Agglomerationen –, nicht jedoch in ländlichen Regionen. Dieser Ansicht sind sowohl Menschen vom Land als auch Stadtbewohnerinnen und -bewohner. Ebenfalls auf breite Zustimmung stösst die Umnutzung bestehender Gebäude. Eine grosse Mehrheit befürwortet es, Büroflächen oder ehemalige Fabrikhallen in Wohnraum umzuwandeln. Neubauten hingegen geniessen vergleichsweise weniger Akzeptanz.

Luftaufnahme moderner, farbiger Wohngebäude.
Legende: Verdichtetes Bauen in urbanen Gebieten ist bei vielen akzeptiert – aber nur, wenn Grünflächen bleiben. KEYSTONE / Steffen Schmidt

Das soll bleiben: Die Offenheit für Veränderungen hat jedoch klare Grenzen. Zwar wird Verdichtung als Konzept grundsätzlich begrüsst, doch nur, solange sie den eigenen Wohnraum oder die persönliche Wohnqualität nicht beeinträchtigt. Nur eine Minderheit ist bereit, dichter zu wohnen als bisher. Zwei Drittel der Befragten befürchten, dass eine stärkere Verdichtung zu mehr Lärm, mehr Abfall und weniger Grünflächen führt. Die Zustimmung steigt jedoch, wenn durch Verdichtung Natur- und Freiräume aufgewertet oder die Anbindung an den öffentlichen Verkehr verbessert wird. Solche Faktoren wiegen für die Befragten schwerer als finanzielle Anreize. Laut der GDI-Studie lassen sich Verdichtungsprojekte daher nicht allein mit dem Versprechen tieferer Mieten «erkaufen».

Informationen zur Befragung

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Die Befragung ist im Auftrag des Migros-Pionierfonds vom Gottlieb Duttweiler Institut durchgeführt worden. Es wurden mehr als 2000 Menschen aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz online befragt – repräsentativ für Landesteile, Altersgruppen und Geschlechter.

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SRF 4 News, 27.1.2026, 3 Uhr ; 

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