Der Bitcoin setzt seine Talfahrt fort. Der Kurs der Kryptowährung fiel im Verlaufe des Tages unter die Marke von 70’000 Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp wird der Bitcoin nach 22 Uhr mit noch knapp 64’000 Dollar auf dem tiefsten Stand seit November 2024 ausgewiesen. Bis zum Abend hat die Kryptowährung innert 24 Stunden mehr als 13 Prozent an Wert verloren. Durch die Verluste in den vergangenen Tagen baut die älteste und bekannteste Kryptowährung das Minus in diesem Jahr auf rund 27 Prozent aus.
Seit dem Rekordhoch von mehr als 126’000 Dollar im November hat der Bitcoin mittlerweile rund 45 Prozent an Wert verloren. In dieser Zeit belastete vor allem eine starke Nachfrage nach vergleichsweise sicheren Anlagen wie Gold oder Silber wegen der geopolitischen Unsicherheiten den Kurs der Kryptowährung immer stärker. Dadurch geraten auch die Aktien von Unternehmen aus der Kryptobranche unter Druck: Strategy, Mara, Coinbase und Bitfarms brechen um acht bis fast 13 Prozent ein.
«Die hohen Erwartungen aufgrund der US-Regierung, die sich sehr kryptofreundlich gezeigt hat, die haben sich zerschlagen», sagt Matthias Geissbühler, Anlagechef Raiffeisen Schweiz. Hinzu komme, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen deutlich weniger stark senken konnte – wegen der hohen Inflation. Damit fehle zusätzliche Liquidität im ganzen Bankensystem. «Zu guter Letzt haben viele Anleger aufgrund der geopolitischen Risiken zuletzt in die sicheren Häfen wie Gold oder Silber investiert», erklärt Geissbühler in der «Tagesschau».
Mit dem Erfolg von Bitcoin wurden viele neue Digitalwährungen ins Leben gerufen. Inzwischen gibt es Tausende davon. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1.4 Billionen Dollar dominiert der Bitcoin aber weiterhin den Markt für Kryptowährungen. Lediglich Ethereum mit rund 250 Milliarden Dollar und Tether mit 185 Milliarden Dollar können in dieser Kategorie halbwegs folgen.
Kleinanleger sind betroffen
Mittlerweile bieten auch verschiedene Schweizer Banken die Möglichkeit, in Kryptowährungen zu investieren. Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) war eine der ersten. Die Nachfrage steige stetig. Wer bei der LUKB in Bitcoin investiert, tut das zwar mit der technischen Unterstützung der Bank, aber ohne deren Beratung, sagt Serge Kaulitz, Leiter Digitale Vermögenswerte bei der LUKB.
Grössere, institutionelle Anleger sucht man auf dem Krypto-Markt allerdings vergebens. «Wir sehen weder nennenswerte Notenbanken, die Bitcoin kaufen, noch hier in der Schweiz Pensionskassen, die Kryptowährungen kaufen. Insofern ist die Käuferschicht immer noch sehr stark limitiert auf Kleinanleger», sagt Geissbühler von Raiffeisen.
Die Gesamtkapitalisierung aller Kryptowährungen beziffert der Anbieter CoinMarketCap auf etwa 2.4 Billionen Dollar. Anfang des Jahres waren es noch rund 3 Billionen Dollar.